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Unilever muss weiter sparen

Angesichts sinkender Realeinkommen in Europa und den USA, der schwächelnden Konjunktur und höheren Abgaben will der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever weiter sparen.

von Alimenta Import

“Ja, wir müssen dort die Kosten reduzieren und unsere Belegschaft verringern. Es wird aber kein konzernweites Restrukturierungsprogramm geben”, versicherte Unilever-CEO Paul Polman im Interview mit der Wirtschaftswoche. Wenn Märkte wie in Europa nicht mehr wachsen, müsse das Management darauf reagieren. “Und das heisst nun mal Kosten senken und eben auch manchmal Fabriken schliessen, wenn der Bedarf nicht mehr da ist”, fügt der Unilever-Chef hinzu. Im zweiten Quartal ist der Hersteller von Produkten wie Langnese, Knorr und Axe hinter den Erwartungen des Marktes zurückgeblieben. Der Umsatz stieg zwar um 3,8 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro, Analysten hatten aber mit mehr gerechnet. In den Schwellenländern macht Unilever das abflauende Wachstum zu schaffen und in Nordamerika und Europa die ausbleibende konjunkturelle Erholung.

Bei seiner Nachhaltigkeitsoffensive sieht Polman Unilever auf einem guten Weg. “Unilever ist eine der grössten NGO der Welt. Wir sind nicht staatlich. Wir beschäftigen mehr Frauen und geben mehr Geld für Kleinkredite in unserer Wertschöpfungskette aus als jede andere NGO”, sagt der Konzernchef.

Als einer der grössten Konsumgüterkonzerne der Welt trage Unilever Verantwortung, sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen zu engagieren. “75 Prozent unserer Fabriken produzieren heute keinen Abfall mehr. In ganz Europa verwenden wir nur noch umweltfreundliche Energiequellen”, so Polman. In sechs Jahren will der Konzern sämtliche Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau beziehen. LZ