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Schweizer Käsehandelsbilanz ist negativ

"Die Schweiz ist kein Käseland mehr", schreibt die NZZ am Sonntag. Im zweiten Quartal 2014 wurde zum ersten Mal mehr Käse importiert als exportiert.

von Alimenta Import

Schon seit Jahren und namentlich seit der Einführung des vollständig liberalisierten Käsemarktes mit der EU im Jahr 2007 nähern sich Importe und Exporte an. Die Schweiz verkauft zwar Jahr für Jahr mehr Käse ins Ausland, weil der Weltmarkt für Milchprodukte wächst. Doch die Importe nahmen mengenmässig viermal stärker zu. Die Exportschlager von früher ziehen nicht mehr: So sanken die Ausfuhren von Emmentaler und Tilsiter im ersten Halbjahr 2014 zum Vorjahr zweistellig. Von 2000 bis 2013 brachen die Ausfuhren der Traditionssorten um einen Drittel ein.

Emmentaler ist mengenmässig einer der bedeutendsten Käse – und das Sorgenkind der Branche. Zwar haben sich die Käser im Juli 2013 eine Mengenbeschränkung auferlegt, die Verkaufspreise stehen aber weiter unter Druck. «Beim Emmentaler stellt sich unverändert die Frage der Umsetzung der Preiserhöhung, sowohl im Inland wie auch im Export». Die Hersteller beklagen wachsende Billigimporte aus der EU, seit Mitte 2007 der Käsehandel zwischen der Schweiz und der EU liberalisiert wurde. «Der Billigkäse wandert primär in Fertigprodukte und in Restaurants – also an Orte, wo Konsumenten ihn nicht sehen und wo der Preis ausschlaggebend ist», sagt Manuela Sonderegger, Sprecherin von Switzerland Cheese Marketing gemäss NZZ am Sonntag. hps