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Schweizer Schoggi für Panama und Costa Rica

Während die Wirtschaft in den lateinamerikanischen Schwergewichten Brasilien und Argentinien schwächelt, boomt sie in Mexiko, Chile, Kolumbien, Peru, Panama und Costa Rica. Die Schweiz will davon dank Freihandelsabkommen profitieren.

von Alimenta Import

Den Freihandelsvertrag mit den zentralamerikanischen Ländern Panama und Costa Rica, der am 29. August in Kraft tritt, hat die Schweiz zusammen mit den EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein ausgehandelt. Insbesondere das Kanalland Panama ist aus Schweizer Sicht wichtig.

«Panama funktioniert als Logistik-Hub für die Verteilung der Güter von Mexiko im Norden bis Chile im Süden», erklärt Chris Watts, Leiter der Region Amerika bei der Aussenhandelsorganisation Switzerland Global Enterprise (S-GE, ehemals Osec) zur Nachrichtenagentur sda. Der Kleinstaat verfügt in der Hafenstadt Colón auf der karibischen Seite des Panamakanals über die grösste Freihandelszone in ganz Amerika. Die Produkte in den Containern, die aus der Schweiz für den Warenumschlag nach Colón gelangen, erscheinen in der Handelsstatistik von Panama. Konkrete Zahlen, wie viele Güter danach im Land verbleiben, gibt es nicht. «Es ist davon auszugehen, dass ein Grossteil weiter transportiert wird», sagt Watts.
Wichtige Absatzmärkte sind Mexiko, Kolumbien, Peru und Chile. Mit ihnen hat die Schweiz Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die Länder haben sich zudem 2012 zur Zollunion Pazifik-Allianz zusammengeschlossen. Panama und Costa Rica wollen bald beitreten. «Panama kann der Schweizer Wirtschaft als Eintrittsticket in diese Freihandelszone dienen», sagt Watts. Schon jetzt weisen die Staaten Wachstumsraten von 4 bis 8 Prozent auf.
Auch abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung von Colón am Panamakanal begrüsst Watts das Freihandelsabkommen. Nach Ablauf der Übergangsfristen in zehn Jahren könnten Schweizer Firmen bis zu 5 Mio. Fr. jährlich an Zöllen sparen, sagt Watts. Dies entspricht etwas weniger als 1 Prozent des gesamten Handelsvolumens zwischen der Schweiz und den beiden Ländern.
Bei den Lebensmitteln und Landwirtschaftsprodukten gibt es nur vereinzelte Zollreduktionen. So gesteht Panama der Schweiz ein Kontingent für Käse zu. Auch Schokolade, Bonbons, Bündnerfleisch, Zigaretten, Weine und Tierfutter sollen laut S-GE zollfrei gehandelt werden.
Auch die Schweizer Konsumenten profitieren vom Abkommen, wie Didier Chambovey, Leiter Welthandel vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Anfrage sagte. Insbesondere Bananen und Kaffee aus den zentralamerikanischen Staaten würden ab Freitag zollfrei gehandelt. sda