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Schockierende Zustände auf Büffelmozzarella-Betrieben

Mehr als 90 Prozent der Büffelmozzarella stammt aus Italien. Die dortigen Zustände auf italienischen Büffelfarmen haben Coop aufgeschreckt.

von Alimenta Import

Während zwei Jahren hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten in der Ursprungsregion des Büffelmozzarellas, im italienischen Kampanien, recherchiert. Und die Ergebnisse mit Bildern und Videos dokumentiert. Das Konsumentenmagazin auf SRF hat nun darüber berichtet.
Die Tierschutzorganisation bezeichnete die Zustände die auf italienischen Büffelfarmen herrschten seit Jahren als schockierend. «Viele Tiere hatten offene und unbehandelte Wunden, die Klauen waren so lang, dass sie nicht mehr richtig gehen konnten und es gab sogar Tiere, die tot herumlagen. Die Herde musste diesen Anblick und den Gestank während Tagen ertragen.»

Die gesetzlichen Vorgaben zur Tierhaltung seien gemäss der Tierschutzorganisation in der EU mehrheitlich «rudimentär». Im Gegensatz zur Schweiz sei in der EU vieles sehr schlecht bis gar nicht geregelt. Darum wurden die Grossverteiler aufgefordert, etwas dagegen zu unternehmen.

Doch nur Coop scheine nach vielen Jahren jetzt konkrete Schritte zu unternehmen. So würden bereits drei von vier italienischen Lieferanten nach Schweizer Normen produzieren, schreibt der Grossverteiler. Zudem habe Coop im April 2014 mit dem Schweizer Tierschutz erstmals gemeinsam Büffelfarmen besucht.

Trotz Tierquälerei greifen die Schweizer nämlich nach wie vor am liebsten zum italienischen Produkt. Nur gerade jeder zehnte verkaufte Büffelmozzarella kommt aus der Schweiz. Büffelmozzarella kostet als Premium-Produkt häufig doppelt oder drei Mal so viel wie Mozzarella aus Kuhmilch.

Schon vor sechs Jahren hatten die Probleme in der Region Kampanien Probleme. Damals wurden Dioxin-Spuren in der Büffelmilch gefunden. Die Tiere hätten damals das verseuchte Gras in der Nähe illegaler Mülldeponien gefressen. pd/hps

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