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Rewe will Tengelmann-Kauf durch Edeka verhindern

Rewe-Chef Alain Caparros will den Kauf von Tengelmann durch Edeka mit allen Mitteln verhindern.

von Alimenta Import

Sollte die angekündigte Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann durch den deutschen Marktführer zustande kommen, will der streitbare Manager sich vehement dagegen wehren. “Wir werden alle juristischen Möglichkeiten nutzen, um unsere Interessen zu wahren”, sagte Caparros der FAZ.
Der bereits bestehende Abstand zwischen den beiden genossenschaftlichen Rivalen Edeka und Rewe wäre beim Zustandekommen der Transaktion nicht mehr aufzuholen, argumentiert Caparros, der ebenfalls Gespräche mit Tengelmann geführt hatte. Er verweist dabei vor allem auf die drei Regionen Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen, in denen Kaiser’s Tengelmann sein Filialnetz betreibt. In Berlin etwa wüchse Edeka nach seinen Berechnungen auf einen Marktanteil von rund 35 Prozent und wäre damit mehr als doppelt so gross wie die Genossen aus Köln.
2010 erst hatte eine Entscheidung des Kartellamtes für Aufsehen gesorgt, wonach die Kölner in der Region Rhein-Main-Neckar, einer Hochburg der Rewe-Gruppe, 65 Tengelmann-Standorte übernehmen durften. Damals hatte die Behörde nach eigenen Angaben Rewes Absatzmärkte in Bad Nauheim, Frankfurt und Mainz/Wiesbaden genau untersucht und durch die Übernahme der Standorte “keine relevante Veränderung der Marktstruktur” gesehen.
Im aktuellen Fall nun fürchtet Caparros, dass Edeka auf eine Sondergenehmigung, eine sogenannte Ministererlaubnis aus ist, um den Deal mit Tengelmann durchzusetzen. So würden schon Parallelen zu den berühmten Schleckerfrauen gezogen. “Kaiser’s Tengelmann ist nicht Schlecker. Wer hier den Schlecker-Fall ins Spiel bringt, täuscht die Öffentlichkeit”, kritisiert der Rewe-Chef und ergänzt: “Notfalls machen wir ein Sit-in vor dem Bundeswirtschaftsministerium.”
Caparros bezieht sich auf ein Schreiben von Edeka-Chef Markus Mosa an Fachpolitiker und Bundestagsabgeordnete, in dem er die Übernahme von Tengelmann als Schritt zum Erhalt von Arbeitsplätzen und der regionalen und lokalen Versorgung verteidigt hatte. Mosas Brief zeigte Wirkung: Er konnte Teile der SPD für seinen Deal mit Tengelmann gewinnen. Eine Arbeitsgruppe der Partei gab dem Vorhaben Rückendeckung. Der Sprecher dieser Gruppe, Wolfgang Tiefensee, zieht in einer Pressemitteilung denn auch Parallelen zur Schlecker-Insolvenz, und dass diese sich nicht wiederholen dürfe. LZ