Datum: Branche:

Lichtblick fürs nächste Braujahr

Obwohl Schweizer Bier immer noch unter einem massiven Importdruck steht, sind die Importe leicht zurückgegangen. Der Brauereiverband blickt zuversichtlicher in die Zukunft als auch schon.

von Alimenta Import

Hans Peter Schneider. «Schon seit Jahren hat sich der Bierkonsum zwischen 57 und 58 Litern pro Kopf und Jahr eingependelt», sagte Marcel Kreber. Das war die eine positive Meldung, die der Direktor des Schweizerischen Brauerei-Verbandes (SBV) an der Präsentation der Zahlen des Schweizer Biermarktes für das Braujahr 2013/14 (1. Okt. bis 30. Sept.)machen konnte. In Deutschland sei der Konsum zwar doppelt so hoch, sinke aber stetig. «Obwohl die Schweizer Jugend bei Alkohol relativ abstinent ist, liegt der Bierkonsum immer auf einem ‹guten› Niveau», sagte SBV-Präsident Markus Zemp. So wurden in der Schweiz im letzten Jahr gesamthaft 4,642 Millionen Hektoliter Bier getrunken, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Gerade im sonnenreichen Frühling habe der Bierkonsum auf optimal hohem Niveau gelegen. Beim Konsum hat laut Brauereiverband eine Verlagerung stattgefunden: Bier werde immer weniger in Gaststätten getrunken, dafür immer mehr zu Hause. Dadurch würden Bierkäufe vermehrt im Detailhandel getätigt. Diese Entwicklung favorisiere die Billigbiere.

Hohe, aber zurückgehende Importe
Die andere positive Nachricht betrifft die nachlassende Importsteigerung. Vom Brauereijahr 2011/12 auf 2012/13 seien die Importe um 10 Prozent gestiegen, aufs letzte Brauereijahr noch um 4,3 Prozent, sagte Kreber. Kreber ist für das Braujahr 14/15 zuversichtlicher, denn der Brauerei-Verband geht davon aus, dass die die in den letzten Jahren gewachsenen Biereinfuhren vor allem im Billigsegment nun eine Obergrenze erreicht hätten. Denn dank den Investitionen in neue Dosenabfüllanlagen, die namentlich Ramseier und Appenzeller realisierten und noch realisieren, würden die Importe noch weiter zurückgehen. Dem Importtrend wirke in zunehmden Masse die Brauereistruktur in der Schweiz entgegen, wo vermehrt kleine Brauereien entstehen, die das Bedürfnis nach lokalem Bier befriedigen. Momentan brauen 473 biersteuerpflichte Gaststätten Bier, die Biersteuern zahlen. Beim Alkoholgesetz, das sich in der Differenzbereinigung befindet, will der Brauverband noch Korrekturen anbringen. Mindestpreis und Nachtverkaufsverbot sind für den SBV zu starke Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit (siehe Kasten).

Bierbotschafter und Bier-Sommelier
Lieber als von der Politik sprach Kreber von den schönen Seiten der Bierbranche. Dazu gehört das steigende Interesse an den Bier-Sommelierskursen. Am 7. Februar findet die erste Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers statt. Die beiden Erstplatzierten werden die Schweiz an den Weltmeisterschaften im Juli in Brasilien vertreten. Am Tag des Schweizer Bieres wird Ende April wieder der Bierorden an einen Prominenten vergeben. Nach Wetterfrosch Stefan Bucheli, Bundesrat Ueli Maurer und Schauspieler Mike Müller soll auch im 2015 eine Bekanntheit dem Bier ein Gesicht geben.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch