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Migros schaltet sich ein in Tengelmann-Übernahme

In den Übernahmekampf um 130 Filialen der deutschen Tengelmann-Kette mischt sich offenbar auch Migros. Dies bestätigte Jörg Blunschi, Chef der Migros-Genossenschaft Zürich, gegenüber "Schweiz am Sonntag".

von Alimenta Import

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte sich im letzten Jahr mit der Detailhandelskette Edeka auf eine Übernahme geeinigt. Das Bundeskartellamt verbot aber den Deal im April 2015 mit der Begründung, damit würde die Konzentration am Markt zu gross. Die drei Tengelmann-Regionen Bayern, Berlin und Köln werden deshalb wohl einzeln verkauft werden müssen. Auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss sich noch dazu äussern, es wird aber erwartet, dass er sich nicht gegen das Kartellamt stellt.

“Wir wollen mit Tegut aus unserem Stammgebiet in Hessen, Thüringen und Nordbayern hinaus auch im Süden Deutschlands wachsen. Die 130 Tengelmann-Standorte in Bayern wären deshalb für uns perfekt”, wird Blunschi zitiert. Die Geschäfte würden dann unter dem Tegut-Brand operieren. Die Filialen in Berlin und Köln wären für Tegut hingegen kein Thema.

Laut Blunschi laufen die Tengelmann-Märkte in Bayern gut, Köln sei hingegen ein Problem. Geplant sei, dass die Migros Zürich, die Läden übernehmen würde, wie schon bei Tegut. Allerdings könnte sich der Kampf um die Übernahme auf zwei oder drei Jahre verlängern, wenn Tengelmann-Inhaber Haub den Entscheid anfechte. Kontakt zwischen Migros und Tengelmann-Inhaber Haub besteht schon lange, weil die beiden in der Schweiz gemeinsam die Obi-Baumärkte betreiben.

Bei Tegut rechnet Blunschi erst 2018 mit schwarzen Zahlen, damit sei man auf Kurs. Die Hälfte der 250 Geschäfte sei nach drei Jahren bereits modernisiert und umgebaut, wird Blunschi zitiert. Diese Geschäfte würden bis zu 20 Prozent mehr Umsatz generieren. Im ersten Halbjahr resultierte insgesamt ein Wachstum von 1,6 Prozent – trotz weniger Filialen. Bis 2030 soll der Umsatz auf 2 Milliarden Euro verdoppelt werden.