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Schnapsproduktion im 2015 gestiegen

2015 sanken die Spirituosenimporte auf 82969 Hektoliter reinen Alkohols (-2%). Nachdem die einheimische Spirituosenproduktion ihren Tiefpunkt erreicht hatte, fasste sie dank den guten Ernteerträgen im Jahr 2014 wieder Fuss. Im Brennjahr 2014-2015 wurden 16360 Hektoliter reinen Alkohols gebrannt (+42%).

von Eidg. Alkoholverwaltung

Der Whisky behält seinen Spitzenplatz, fällt jedoch auf das tiefste Niveau seit 2005.

Die Bilanz der Schweizer Spirituosenbranche ist erfreulich. Vom 1. Juli 2014 bis zum 30. Juni 2015 wurden 16 360 Hektoliter reinen Alkohols gebrannt. Die Zunahme um 42 Prozent gegenüber dem Brennjahr 2013-2014 erklärt sich durch die naturgemäss abwechselnd guten oder schlechten Ernten. Das Ergebnis 2015 übertrifft den Durchschnitt der letzten zehn Jahre um 7 Prozent. Zwetschgenbrand und Kirsch weisen die höchsten Zuwachsraten auf (+141% und +152%). Kernobstdestillate verlieren weiter an Boden (-2%); noch nie seit Anfang der Dreissigerjahre wurde in der Schweiz so wenig Apfel- und Birnenbrand hergestellt. Wie die Brenntätigkeit nahm auch die Erzeugung von Spirituosen auf Basis von Trinksprit (z. B., Liköre, Aperitifs, Absinth) zu. Sie belief sich auf 9926 Hektoliter reinen Alkohols (+6%).  

Importe und Exporte von Spirituosen 

2015 sanken die Spirituosenimporte auf 82 969 Hektoliter reinen Alkohols (-2%). Von diesem Abwärtstrend sind die vier beliebtesten Spirituosenkategorien der Schweiz betroffen, nämlich neben Whisky (-4%), Wodka (-3%) und Rum (-6%) auch Liköre, Bitter und Aperitifs (-3%). Seit 2005 beziehungsweise 2008 wurde noch nie so wenig Whisky und Wodka (17455 bzw. 13 042 Hektoliter reinen Alkohols) in die Schweiz eingeführt. Diese kurzfristigen Entwicklungen vermögen jedoch die seit Beginn des neuen Jahrtausends beobachteten Trends nicht grundlegend verändern. Die ausländischen Spirituosen sind mit 76 Prozent gegenüber 24 Prozent inländischer Produktion (Destillation und Erzeugung) auch 2015 marktbeherrschend.  

Zwei Jahre nach dem spektakulären Anstieg im Jahr 2013 (+41%) ist der Spirituosenexport 2015 erneut gesunken (-17%). Mit 3208 Hektoliter reinen Alkohols lagen die Ausfuhren leicht über denjenigen von 2012. Ausgeprägt ist insbesondere der Rückgang der Absinthexporte (-29%) sowie anderer Getränke und Lebensmittel auf Basis von Trinksprit (- 12%), auf die beinahe 60 Prozent der Ausfuhren entfallen. Der Williamsbirnenbrand bleibt die im Ausland am stärksten nachgefragte Schweizer Spirituose (205 Hektoliter reinen Alkohols), obwohl ihre Nachfrage zwischen 2014 und 2015 um fast ein Viertel einbrach.

 Spirituosenkonsum gesunken 

Der Spirituosenverbrauch dürfte im Jahr 2015 die Grenze von 1,5 Liter reinen Alkohols pro Kopf unterschreiten (provisorische Berechnung). Im Verlaufe des Sommers 2016 werden präzisere Angaben zum einheimischen Alkoholkonsum geliefert werden.

 Alcosuisse hat der Schweizer Industrie 2015 insgesamt 38,8 Millionen Kilogramm Ethanol geliefert, das meiste davon an die Branchen Pharma, Chemie und Kosmetik. Trotz einer Konjunkturabschwächung infolge Aufwertung des Schweizerfrankens wuchs der Absatz um 2 Prozent. Die Fiskaleinnahmen aus der Spirituosensteuer sanken 2015 um 2 Prozent auf 277,9 Millionen Franken gegenüber 283,1 Millionen Franken im Jahr 2014.