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Orior mit geringerem Umsatz und Gewinn

Der Lebensmittelproduzent Orior hat sein Geschäftsjahr 2015 mit leicht weniger Umsatz und Gewinn beendet. Auf dem Resultat lasteten die Frankenstärke, der damit verbundene Einkaufstourismus, rückläufiger Detail- und Gastrohandel sowie die Minusteuerung.

von PD/HPS

Die Fleischsparte von Orior machte 5,6 Prozent weniger Umsatz.
Positiv haben sich die vegetarischen Produkte entwickelt. (Bild: zvg)

Der Convenienceprodukte-Hersteller und Fleischveredler Orior machte im Geschäftsjahr 2015 25,6 Millionen Franken Reingewinn. Das sei ein Rückgang um 3,5 Prozent, wie Orior am Mittwoch, 24. Februar mitteilte. Negative Wechselkurse und höhere Ertragssteuern seien der Grund dafür. Tiefere Abschreiber hätten den Gewinn um 4,1 Prozent auf 33,8 Millionen Franken zu steigern vermocht.

Der Umsatz sank um 4,1 Prozent auf 500,1 Millionen Franken.

Ohne Beachtung der Währung wäre der Rückgang um 3,6 Prozent ausgefallen. Der Einkaufstourismus machte dem Unternehmen zudem zu schaffen.  Ausserdem fokussierte Orior das Produkteangebot auf nachhaltiges Wachstum. Nach Segmenten erreichte die Convenience-Sparte mit Fredag, Le Patron und Pastinella nicht den Umsatz des Vorjahrs. Einen Aufschwung erlebten die Terrinen-Spezialitäten, angetrieben von neuen Kreationen wie Terrinen im Glas, und weitere Produkte der Marke «Le Patron».
Positiv entwickelten sich ausserdem die Fertiggerichte sowie vegetarische und vegane Produkte. Im Gegensatz zu den Frischteigwaren die einen Rückgang erlitten. Das auf veredelte Fleischprodukte spezialisierte Segment Refinement mit den Marken Rapelli, Albert Spiess und Möfag erreichte einen Umsatz von 298.5 Mio. Franken was einem Minus von 5.6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei den Exporten drückte der starke Franken.

Zudem fielen die Umsätze des im Mai 2014 verkauften Logistikunternehmens Lineafresca weg.

Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von 2,03 Franken, was einer Ausschüttungsquote von 47 Prozent entspricht. Die Ausschüttung soll aus den Kapitaleinlagereserven und damit befreit von der Verrechnungssteuer erfolgen.
Orior rechnet mit einem anspruchsvollen 2016. Der Schweizer Detailhandel und die Gastronomie dürften weiter unter Druck stehen. Besonders im ersten Halbjahr rechnet das Unternehmen darum mit weiteren Preisnachlässen, Importdruck, Einkaufstourismus und schlechterer Konsumentenstimmung. Mit der im September präsentierten neuen Strategie habe die Implementierung begonnen.

Die Strategie laute: «Stetige Wertsteigerung».

Dies mit den strategischen Eckpfeilern «Innovations-Haus», «Marken stärken und ausbauen», «Agilität und Kosteneffizienz». Unter dem Slogan «Wir sind Orior» wird die neue Strategie umschrieben.