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DMK bezahlt Teil des Gewinns an die Milchbauern

Aufgrund der schlechten Marktlage hat der Milchverarbeiter Deutsches Milchkontor (DMK) im letzten Jahr rund 30 Millionen Euro Ergebnis zusätzliches Milchgeld ausbezahlt.

von pd/wy

Das deutsche Milchkontor (DMK) darf mit...

Das teilt das Unternehmen in seinen vorläufigen Zahlen über das Geschäftsjahr 2015 mit, die an einer ausserordentlichen Vertreter-Versammlung vom 23. Februar vorgelegt wurden.

8.350 Milchproduzenten lieferten 2015 ihre Milch an das Unternehmen; rund 6 Prozent weniger als 2014. Der Rückgang müsse als weiterer Beleg dafür gesehen werden, wie sehr die dramatische Marktsituation den Strukturwandel zusätzlich beschleunigt habe, schreibt DMK in einer Mitteilung. Die Milchmenge war mit 6,7 Mrd. Kilogramm stabil (im Vorjahr 6,8 Mrd. kg).

Der durchschnittliche Auszahlungspreis des DMK ist nach eigenen Angaben von 36,9 Cent pro Kilogramm (2014) auf 27,6 ct/kg (2015) gesunken und liege deutlich unterhalb der Kostendeckungsgrenze der Landwirte. Aufgrund der Marktentwicklung preisbedingt stark zurück gegangen sei auch der Gesamtumsatz des Unternehmens. Er lag 2015 bei 4,7 Mrd. Euro und damit 600 Mio. Euro bzw. 11 Prozent unterhalb des Vorjahresumsatzes (5,3 Mrd. Euro).

Von 2012 bis 2015 habe DMK rund 500 Millionen Euro investiert in neue Produktionsanlagen, in die Erschliessung neuer internationaler Märkte und in die Weiterentwicklung seines Markenportfolios, heisst es weiter. Die Inbetriebnahme neuer Produktionsstätten, die Restrukturierung einzelner Sparten sowie der hohe Anteil an Standardmilchpulver und Käse würden den Milchauszahlungspreis belasten.

Mit dem klaren Ziel, alle erwirtschaftete Liquidität möglichst direkt an die Anteilseigner zurück zu führen, hat DMK nach eigenen Angaben im Verlauf des Jahres insgesamt rund 30 Mio. Euro Gewinn über das Milchgeld an die Landwirte ausgezahlt. So habe DMK bewusst einen Gewinnrückgang auf 13 Mio. Euro (42,3 Mio. Euro in 2014) erreicht.