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EU fördert pflanzliche Proteine für menschliche Ernährung

Vorraussichtlich wird die Weltbevölkerung in den nächsten 35 Jahre um 30% wachsen. Dies erfordert nicht nur eine effizientere Lebensmittelproduktion, sondern auch nahrhaftere, sicherere und erschwinglichere Lebensmittel mit Schonung des Planeten. Dies stellt eine enorme Herausforderung dar, deren Umsetzung «direkte Massnahmen zur Erhaltung, zum Schutz und zur Verbesserung natürlicher Ressourcen» erfordert.

von eufic

Das EU-Projekt PROTEIN2FOOD will den europäischen Konsum von tierischen auf pflanzliche Eiweisse verlagern, d.h. auf Quinoa (Bild), Amarant, Buchweizen, Lupine, Ackerbohnen, Kichererbsen und Linsen.

Land-, Wasser- und Energieressourcen werden immer knapper. Daher besteht eines der fünf strategischen Ziele der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO – Food and Agricultural Organization of the UN) darin, die Produktivität sowie Nachhaltigkeit der Landwirtschaft zu steigern. Eine Veränderung unserer Ernährungsgewohnheiten mit einer grösseren Zufuhr an Eiweissen aus pflanzlichen Quellen würde nicht nur zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen führen, sondern auch die Qualität unserer Ernährung verbessern.

Die FAO ernannte daher das Jahr 2016 zum «Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte», um die Öffentlichkeit für die Vorteile der eiweissreichen Gemüsekulturen zu sensibilisieren. Hülsenfrüchte sind essbare Samen, die in einer Hülse wachsen, dazu gehören zum Beispiel Kichererbsen, Linsen und Lupinen. Nutzpflanzen, die grün als Nahrungsmittel geerntet werden (grüne Erbsen, grüne Bohnen, etc.) sind jedoch ausgeschlossen, da diese als Gemüsekulturen klassifiziert werden. Der Verzehr von mehr Eiweiss aus nährstoffreichen pflanzlichen Erzeugnissen kommt sowohl den Menschen als auch der Umwelt zugute und ist aus diesem Grund auch das Ziel des Forschungsprojektes PROTEIN2FOOD.

Was will das PROTEIN2FOOD Projekt erreichen?

PROTEIN2FOOD hat sich verpflichtet, die Qualität und den Konsum von pflanzlichen Eiweissquellen zu verbessern. Die Forscher konzentrieren sich auf hochwertige Saatkulturen, wie Quinoa, Amarant und Buchweizen sowie Körnerleguminosen, einschliesslich Lupine, Ackerbohnen, Kichererbsen und Linsen. Diese Pflanzen verfügen über einen hohen Nährwert und gedeihen auf fast allen Böden. Allerdings ist deren Konsum in der europäischen Ernährung derzeit äusserst gering.

Das ehrgeizige Ziel des Projektes besteht darin, anhand von neuen und verbesserten Verfahren zur Pflanzenzüchtung und des Erntemanagements die Eiweissproduktion aus pflanzlichen Rohstoffen um 25% zu steigern sowie die Nutzung von Land als Anbauflächen für Eiweisspflanzen in Europa um 10% zu erhöhen. Das Gesamtziel besteht darin, den europäischen Konsum von tierischen auf pflanzliche Eiweisse zu verlagern und die Ernährung somit nachhaltiger für unseren Planeten zu gestalten.

Laut Dr. Sven-Erik Jacobsen, Projektkoordinator der Universität Kopenhagen, wird sich dank der neuen eiweissreichen Lebensmittel des PROTEIN2FOOD Projektes «Europa einen Namen im Bereich technologischer Innovationen machen».

 Das Projekt PROTEIN2FOOD begann im März 2015 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Das Projekt wird vom Fachbereich für Umwelt- und Pflanzenwissenschaften der naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Kopenhagen koordiniert. Neunzehn Organisationen aus dreizehn Ländern arbeiten zusammen an diesem multidisziplinären Projekt, einschliesslich Experten in den Bereichen der Pflanzenzucht, Landwirtschaft, der Produktion von Lebensmittelzutaten sowie der Produktfertigung. Die im Rahmen des Projektes durchgeführten Forschungstätigkeiten und Massnahmen sind in sechs Bereiche unterteilt:

  • •Pflanzenbau
  • •Eiweissgewinnung und -verarbeitung
  • •Lebensmittelverarbeitung
  • •Marktforschung
  • •Nachhaltigkeitsprüfung
  • •Kommunikation, Verbreitung und gesellschaftliche Innovation.