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Extreme Massnahme

Roland Wyss über die Marshysterie und andere Süsspeisen.

von Roland Wyss

Eine deutsche Kundin fand in ihrem Schokoladeriegel ein rotes, einen halben Zentimeter langes Plastikteilchen. Das hatte Konsequenzen, und zwar nicht zu knapp. Das Teilchen stammte aus der Mars-Fabrik im niederländischen Veghel und so liess der Schokoladekonzern Mars-, Snickers- und Milky-Way-Riegel in 55 Ländern zurückrufen. Dabei geht es um unvorstellbare Mengen, allein bei Coop sind offenbar 200 000 Produkte betroffen. Eine extreme Massnahme, bei der man davon ausgehen darf, dass der Firma schlicht nichts anderes übrigblieb. Damit zeigt sich die Kehrseite von stark zentralisierten Produktionsprozessen. Wo das Sparpotenzial riesig ist, ist im schlimmsten Fall auch das Schadenspotenzial riesig.
Mars und andere europäische Süsswarenhersteller warten schon lange darauf – nämlich auf die Aufhebung der EU-Zuckerquote im Jahr 2017. Die Aufhebung wird die EU-Zuckerwirtschaft ordentlich durchrütteln und sie wirkt sich schon jetzt auf die Schweizer Zuckerbranche aus. Wer gegen wen um was kämpft: Schwierige Zeiten für Schweizer Zucker