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Weniger antibiotika-resitente Keime in Biomilch

Ökologisch erzeugte Rohmilch enthält weniger antibiotikaresistente Keime und LIsterien als konventionelle, vermutlich wegen Unterschieden in Haltung oder Fütterung der Milchkühe.

von pd/gb

Biomilch habe hygienische Vorteile aber vor Rohmilchkonsum warnt das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Ergebnisse der repräsentativen Untersuchungen zum Zoonosen-Monitoring 2014, die das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kürzlich veröffentlicht hat, zeigen, dass in Rohmilchproben aus ökologischen Milchrinderbetrieben Zoonosenerreger und insbesondere die multiresistente MRSA-Keime seltener auftreten als in den entsprechenden Proben aus konventionellen Betrieben. Eine mögliche Ursache hierfür könnten Unterschiede in der Wirtschaftsweise bei konventionell und ökologisch gehaltenen Milchkühen sein.

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) wurden in Rohmilch aus konventionellen Milchviehbetrieben mit 9,7% positiver Proben signifikant häufiger nachgewiesen als in Rohmilch aus ökologischen Betrieben (1,7 % positive Proben). Auch Listeria monocytogenes wurden in Proben von Rohmilch aus konventionellen Milcherzeugerbetrieben zu 3,5% und damit tendenziell häufiger nachgewiesen als in den entsprechenden Proben aus ökologischen Betrieben, die zu 1,3% mit dem Erreger kontaminiert waren. Proben von Schnittkäse aus Rohmilch vom Rind waren zu 0,3% positiv für Listeria mononcytogenes.

Da Konsummilch in Deutschland vor der Abgabe an Verbraucher grundsätzlich wärmebehandelt wird, stellen Zoonoseerreger in der Tankmilch keine Gefahr für den Verbraucher dar. Eine gesundheitliche Gefahr geht aber dann von der Rohmilch aus, wenn die Erhitzung ausbleibt, wie bei der Herstellung von Rohmilchkäse. Empfindlichen Verbrauchergruppen wie Kleinkindern, älteren und immungeschwächte Menschen sowie Schwangeren wird deshalb vom Konsum von Rohmilchprodukten abgeraten. Rohmilch sollte vor dem Verzehr grundsätzlich durcherhitzt werden. Der vollständige Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2014 ist online abrufbar unter: www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring