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Rückläufige Schweizer Süssgetränkeproduktion

In der Schweiz wurden im letzten Jahr weniger Erfrischungsgetränke produziert. Die Exporte nahmen ab und die Importe wuchsen stark an.

von hps

Erland Brügger, (links) Präsident SMS und sein Direktor Marcel Kreber.

Zwar wurde im letzten heissen Sommer viel Mineralwasser und Erfrischungsgetränke getrunken. Doch die sind die inländischen Getränke unter Druck. So stiegen die Einfuhren von Erfrischungsgetränken im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent auf 133 Millionen Liter. Die Exportmenge brach dagegen um rund 16 Prozent auf 35 Millionen Liter ein. Insgesamt reduzierte sich die Inlandproduktion bei Erfrischungsgetränken gemäss Marcel Kreber, Direktor des Verbandes Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS) im Jahr 2015 um 2 Prozent auf 506 Millionen Liter. Der Gesamtverkauf nahm allerdings um 1,5 Prozent auf 603 Millionen Liter zu. Die Hauptgründe für diese Entwicklung ist die Euroschwäche und die damit einhergehende Zunahme des Einkaufstourismus sowie der Parallelimporte. So spiegeln die Zahlen beispielsweise die vorgenommenen Parallelimporte von Denner oder der Landi wider.

Im Mineralwassermarkt sieht die Lage noch nicht dermassen düster aus. Die Produktion an natürlichem Mineralwasser in der Schweiz stieg um rund 2,3 Prozent auf 578 Millionen Liter. Auch die Exporte erhöhten sich um rund 4 Prozent auf rund 8 Millionen Liter. Die Einfuhren an Mineralwasser, die zu fast 50 Prozent aus Italien, zu 42 Prozent aus Frankreich und zu rund 10 Prozent aus Deutschland stammen, machen laut Verbandsangaben rund 41 Prozent der gesamten Verkäufe an Mineralwasser der Schweiz aus, wie Kreber im Generalsekretariat des SMS in Zürich vor den Medien erklärte. Der extrem heisse Sommer führte zu einem beachtlichen Wachstum im gesamten Mineralwassermarkt um rund 5 Prozent auf fast 1 Milliarde Liter. «Alleine im Juni nahmen die Verkäufe um ganze 35 Prozent zu», sagte Kreber. Die Importe nahmen um rund 8,5 Prozent auf 394 Millionen Liter zu.

Die Branche hat derzeit neben der Frankenstärke, die zu höheren Importen führt, noch mit weiteren Trends zu kämpfen: Etwa den vermehrten Ausschank von Leitungs- statt Mineralwasser, die Swissness-Gesetzgebung in der Lebensmittelbranche, den Margendruck im Detailhandel sowie den Kampf gegen Übergewicht, dessen Ursachen nicht selten auch im vermehrten Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken gesehen werden.