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Nährwert von Insekten variiert

Sind Insekten gesünder oder weniger gesund als Fleisch? Dies hängt vom Ernährungsstatus ab. Nur für unterernährte Menschen bieten einige Insektenarten Vorteile.

von aid/gb

Insekten liefern wichtige Mikronährstoffe, von denen vor allem mangelernährte Menschen in Drittweltländern profitieren.

Essbare Insekten sollen als hochwertige Eiweissquelle eine gute Alternative zu Fleisch sein. So einfach ist es offenbar nicht, lässt eine internationale Studie vermuten. Offenbar sind die Tiere in ihrer Nährstoffzusammensetzung sehr unterschiedlich. Viele Insektenarten enthalten im Vergleich zum Fleisch von Rind, Schwein und Huhn mehr Energie, Natrium und gesättigte Fettsäuren. Das ist für Menschen in Industrieländern weniger vorteilhaft. Ihr Problem ist eher Überernährung und nicht Unterernährung. Auf der anderen Seite sind die Sechsbeiner reich an Mikronährstoffen, so dass ihr Verzehr Mangelernährung in Entwicklungsländern entgegenwirken kann.

Britische und japanische Wissenschaftler prüften mit Hilfe von verschiedenen Modellen die ernährungsphysiologische Qualität. Dazu sammelten sie umfangreiche Daten zu den Nährwertprofilen von Rind, Schwein und Geflügel und sechs auf dem Markt erhältlichen Insektenarten. Anhand der Energiezufuhr und dem Gehalt von zwölf relevanten Nährstoffen wurden Punkte auf einem Gesundheitsindex vergeben.

Nicht gesünder als Fleisch

Beim Szenario einer Überernährung stellte keines der untersuchten Insekten eine gesündere Alternative zu Fleisch dar. Für unterernährte Menschen dagegen waren Grillen (Acheta domesticus), die Larven eines Rüsselkäfers (Rhynchophorus phoenicus) und Mehlwürmer (Tenebrio melitor) gesündere Lebensmittel als Rind oder Geflügel. Es ist zum Beispiel bekannt, dass die Larven des Rüsselkäfers einen hohen Gehalt an den essenziellen Aminosäuren Lysin und Leucin haben. Keine der sechs Insektenarten war in diesem Nährwertmodell weniger gesund als Fleisch. Noch steht die Forschung auf diesem Gebiet am Anfang, so dass weitere Untersuchungen folgen werden. Das Thema ist vielschichtig, und in der aktuellen Studie wird lediglich das Nährstoffprofil berücksichtigt.