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Umsatzrückgang bei Emmi

Emmi hat 2015 zwar Umsatz eingebüsst, aber den Gewinn erhöht. Dank starken Marken liefen die Geschäfte auch in Europa besser als erwartet. In der Schweiz gingen die Umsätze zurück.

von Roland Wyss

«Die Schweizer können ihren Käse nicht verkaufen.» Emmi-CEO Urs Riedener.

Den «Stresstest für Emmi», wie VR-Präsident Konrad Graber den Nationalbank-Entscheid vom 15. Januar 2015 bezeichnete, hat das Unternehmen zufriedenstellend absolviert. Das Jahr 2015 geht zwar mit einem Umsatzrückgang von 5,6 Prozent, dafür aber mit einem Anstieg des Reingewinns um 9,9 Prozent in die Firmengeschichte ein. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte betrug der Umsatzrückgang 3 Prozent. Erreicht werden konnte dies dank Preiserhöhungen auf Schweizer Exportprodukten im Ausland, tieferen Beschaffungskosten im In- und Ausland, Rationalisierungs- und Produktivitätssteigerungen und beim Verzicht auf Geschäfte mit zu wenig Wertschöpfung, wie Emmi-CEO Urs Riedener vor den Medien in Luzern erklärte.

Rückgang in der Schweiz

Dabei sank der Umsatz im Inland stärker als vom Emmi-Management erwartet, um 5 Prozent auf 1,793 Mrd. Franken. Gründe dafür sind ein tieferer Milchpreis, Preisdruck von Importprodukten, B-to-B-Geschäfte, die aufgegeben wurden, und Verluste beim Grana Padano (siehe Kasten). Einen deutlichen Rückgang gab es im Inlandmarkt bei den Sortenkäsen, wie Emmi-CEO Urs Riedener sagte. Im zweitwichtigsten Markt Americas (mit UDA, Kanada, Südamerika, Spanien und Tunesien) entstand ein Rückgang von 5 Prozent auf 840 Mio. Franken, währungs- und akquisitionsbereinigt war es ein Anstieg um 2,8 Prozent. Robuster als erwartet entwickelte sich Emmis Geschäft in Europa, mit einem Rückgang um 4,2 Prozent auf 487,3 Mio. Franken. In den Ländern, wo man viel Sorten-Käse verkaufe, sei man unter Druck gekommen, mit den Molkereiprodukten sei es gut gelaufen, sagte Riedener. In Europa habe man in allen Ländern den Ertrag steigern können. Erneut zeigten sich Emmis starke Marken Caffè Latte und Kaltbach krisenresistent, während bei den Sortenkäsen die Umsätze sanken. «Man könnte den europäischen Kunden den AOP-Käse aus der Schweiz noch besser schmackhaft machen», war Riedener überzeugt. Aber andere Schweizer Käsehändler, die nur über den Preis verkaufen, machten solche Bemühungen zunichte. «Die Schweizer können ihren Käse nicht verkaufen.» Für das laufende Jahr erwartet man bei Emmi einen stabilen Umsatz. Der Frankenschock sei eine neue Realität, die Situation werde sich nicht mehr grundsätzlich verbessern. Emmi strebe eine weitere Verbesserung der Effizienz an, vor allem in den ausländischen Tochtergesellschaften, sagte Riedener.
roland.wyss@rubmedia.ch