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Sbrinz: Prämierungen und Neuwahlen

Seit Jahren sinken die Sbrinz Exporte. Die Sortenorganisation setzt aber auch auf die Schweiz, wo die Verkäufe wertmässig zugelegt haben.

von pd/hps

Thomas Scheuber (Alpkäserei Untertrübsee, Ennetmoos), Oskar und Martin Flüeler (Käserei Neuheim / Käserei Flüeler, Alpnach), Josef Gut (Käserei Gut GmbH, Buochs), Anton Mehr (Käserei Rotmoos, Rengg), Paul Barmettler (Bleiki-Alp, Oberdorf) von links. (Bild: zVg)
Jahres-Auszeichnung  (von links nach rechts):  Oskar und Martin Flüeler (Käserei Neuheim / Käserei Flüeler, Alpnach), Anton Mehr (Käserei Rotmoos, Rengg), Thomas Scheuber (Alpkäserei Untertrübsee, Ennetmoos). (Bild: zVg)

An die guten Inlandverkäufe vom Vorjahr konnte Sbrinz AOP nicht anknüpfen, heisst es in der Medienmitteilung von Sbrinz. Doch einfach nur auf Menge setzen, dies wolle Markus Baumann, Sortenorganisationsdirektor, gar nicht. Eine reine Mengenoptik sei verfehlt, wird er in der Medienmitteilung zitiert. Es gelte vielmehr den Wert miteinzubeziehen und hier betonte Baumann, dass Sbrinz AOP wertmässig auf dem Vormarsch sei. Dies hätten die Nielsen-Daten bestätigt.

Sbrinz AOP ist wertmässig auf dem Vormarsch

Im Export musste Sbrinz jedoch einen Verlust von 15.4% hinnehmen.  Dies sei sicherlich schmerzhaft, im politischen Umfeld aber verständlich.  Angesichts dessen, dass beim Sbrinz der Fokus aber bereits in den Jahren 2004/2005 auf den Inlandmarkt gesetzt worden sei, könne selbst ein solcher Verlust verkraftet werden. Mit einem Exportanteil von lediglich 10.7% und einem Inlandanteil von 89.3% stehe Sbrinz hinsichtlich Kaufkraft und Wertschöpfung auf der richtigen Seite.  Trotzdem würden Umsatzeinbussen schmerzen.

Umsatzeinbussen schmerzen

Baumann kritisierte laut Mitteilung die Tendenz zur Aktionitis. Aber auch den Trend zu hochgelobten, regionalen Spezialitäten. Diese würden oftmals mehr durch ausgefallene Namen und Verpackungen überzeugen als durch innovatives Schaffen und geschmackliche Erlebnisse. Schaue man nämlich genauer hin, so handle es sich meist um austauschbare Produkte, welche auf dem Markt auf Dauer kaum Bestand haben dürften. Aber es sei eine Tatsache, dass der Markt bestimme, wohin der Weg führe. Damit Sortenkäse Erfolg hätten, bedürfe es mehr Herzblut aller in der Produktionskette Beteiligter. Baumann wurde zitiert:

Es braucht mehr Herzblut für Sortenkäse

Herzblut hätten auch all diejenigen Sbrinz-Produzenten an den Tag gelegt, welche über einen Zeitraum von 10 Jahren zu den besten ihres Faches gehörten, wie Sortenorganisationspräsident Franz Brun erklärte. Diese wurden anlässlich der zehnten Versammlung am 11. April in der Stadthalle Sursee speziell ausgezeichnet. Zudem galt es den aus der Geschäftsleitung ausscheidenden Produzenten-Vertreter Guido Wolfisberg zu ersetzen. Neu gewählt wurde Ruedi Windlin, Windlin St. Niklausen AG, St. Niklausen.

Ausgezeichnete Sbrinz-Produzenten Qualität:
Gewinner Qualität 2014
Martin Flüeler, Käserei Flüeler, Alpnach                             19.80 Punkte (Tal-Betrieb)
Anton Mehr, Käserei Rotmoos, Rengg                                19.79 Punkte (Tal-Betrieb)
Thomas Scheuber, Alpkäserei Untertrübsee
Ennetmoos                                                                                      19.95 Punkte (Alp-Betrieb)

Gewinner „10-Jahres-Hoch“
Josef Gut, Käserei Gut GmbH, Buochs                                 19.619 Punkte (Tal-Betrieb)
Oskar und Martin Flüeler, Käserei Neuheim/
Käserei Flüeler, Alpnach                                                            19.610 Punkte (Tal-Betrieb)
Anton Mehr, Käserei Rotmoos, Rengg                                19.602 Punkte (Tal-Betrieb)
Thomas Scheuber, Alpkäserei Untertrübsee,
Ennetmoos                                                                                      19.420 Punkte (Alp-Betrieb)
Paul Barmettler, Bleiki-Alp, Oberdorf                                   19.326 Punkte (Alp-Betrieb)

Ersatzwahl Geschäftsleitung:

Austretendes Mitglied: Guido Wolfisberg, Dorfchäsi Wolfisberg AG, Alpnach-Dorf.
Neu gewählt: Ruedi Windlin, Windlin St. Niklausen AG, St. Niklausen.