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SMP: Lactofama wird weitergeführt

In Bern fand heute die Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten (SMP) statt. Zu diskutieren gibt unter anderem die Forderung nach einer Mengensteuerung. Klar fiel der Entscheid zur Weiterführung der Lactofama aus.

von lid

SMP-Präsident Hanspeter Kern kann mit den Entscheiden der Delegierten zufrieden sein. (Bild: Jonas Ingold, Lid)

Die Schweiz ist keine Insel, sagte SMP-Präsident Hanspeter Kern im Hinblick auf die schwierige Situation im Milchmarkt. Zusätzlich zu der bereits schwierigen internationalen Marktsituation habe die Aufgabe des Mindestkurses zum Euro den Markt erschüttert. Kern geht nicht davon aus, dass sich an der schwierigen Lage bis Ende 2016 etwas ändern wird. Solange sich die Situation in der EU und global nicht verbessere, werde auch die Schweizer Branche Mühe haben, den Markt zu stabilisieren. Der SMP-Präsident zeigte sich dennoch optimistisch:

Wir werden im Moment zwar schmerzhaft gezwungen, uns an diesem international geprägten Markt auszurichten.

Aber obwohl das jetzt kein Trost ist, bin ich überzeugt, dass uns genau das in Zukunft zu Gute kommen wird, weil wir besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet sein werden.“ Jetzt sei es die Aufgabe, die schwierige Phase so zu gestalten, dass sie für die Produzenten einigermassen erträglich sei. Er sei sich bewusst, dass der Milchpreis derzeit zu tief sei. Man müsse unbedingt weiter gemeinsam nach realistischen Lösungen suchen, die Wirkung erzielen. „Forderungen kann jeder und alleine stellen – aber um Lösungen zu finden, braucht es Partner“, so Kern.

Schwacher Jahresstart

Direktor Kurt Nüesch erklärte, dass auch das aktuelle Jahr schlecht begonnen habe. Im Inland ist der Absatz weiter verhalten, ebenso hat sich der internationale Markt erneut verschlechtert. In der Schweiz kommt hinzu, dass die Milchmengen seit November vergangenen Jahres über dem Vorjahresniveau liegen. Das drückt insbesondere wegen der aktuellen Absatzlage auf den Preis. Nüesch äusserte sich auch zu den letzte Woche durch die Produzentenorganisation Prolait erneut aufgekommene Forderung nach einer Mengensteuerung:

Wir haben uns im letzten Herbst intensiv mit dem Thema befasst. Wir haben festgelegt welche Massnahmen umsetzbar sind und welche eben nicht

sagte der SMP-Direktor. Didier Roch, Vizepräsident von Prolait und SMP-Vorstand, plädierte an der Versammlung für die Mengensteuerung. Ohne diese will Prolait die Verbandsbeiträge an die SMP auf ein Sperrkonto einzahlen. Man müsse nun eine Lösung gegen die Überproduktion finden, so Roch. Es gebe von Seiten der Politik keine Hinweise, dass so eine Regelung für allgemeinverbindlich erklärt würde, entgegnete Hanspeter Egli, Präsident der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO).

Wir unterstützen die Zusammenarbeit, aber wir müssen auch realistisch sein und Lösungen suchen, die umsetzbar sind.

Weitergeführt wird mit Lactofama das Instrument zur saisonalen Marktentlastung. Die Delegierten stimmten trotz einiger kritischer Stimmen aus der Versammlung dem Beitrag von maximal 0,35 Rappen pro Kilo Milch zur Co-Finanzierung zu. Der Entscheid fiel mit 147 zu 9 Stimmen bei 9 Enthaltungen deutlich.