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Zuckerbranche: Mehr Direktzahlungen statt Zölle

Der Bundesrat will den Zuckerrübenproduzenten mit mehr Direktzahlungen helfen. Die von der Branche verlangten Zölle sind kein Thema.

Auf die Zuckerproduktion in der Schweiz kommen schwere Zeiten zu. (Bild: zVg)

Rückwirkend per 1. Januar 2016 wird der Flächenbeitrag pro Hektare um 200 Franken auf 1800 Franken erhöht. Damit unterstütze man die inländische Zuckerrübenproduktion in einem Marktumfeld mit anhaltend tiefen Zuckerpreisen, schreibt der Bundesrat in einer Medienmitteilung. So könne die nachgelagerte Schweizer Lebensmittelindustrie Zucker weiterhin zu wettbewerbsfähigen Preisen beschaffen.
Im Vorfeld der Aufhebung der Quotenregelung in der EU per Ende September 2017 sind die Zuckerpreise in Europa stark zurückgegangen. Weil das Schweizer Zuckerpreisniveau mit dem sogenannten Doppel-Null-Abkommen an das EU-Niveau gekoppelt ist, sanken die Preise auch hierzulande. Rübenproduzenten und die Schweizer Zucker AG verlangten vom Bund deshalb temporäre Zölle auf EU-Zucker. Die verarbeitende Industrie wehrte sich dagegen und der Bund hatte dafür auch kein Gehör. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Zuckerwirtschaft müsse primär durch Effizienzsteigerungen auf allen Stufen gesichert werden, schreibt der Bundesrat. Ein erhöhter Flächenbeitrag als weiteres Instrument sei geeignet, weil es preisneutral sei.