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Premiumschokolade legt weltweit zu

Gemäss einer neuen Studie der internationalen Marketingagentur Mintel wird mehr Premium-Schokolade angeboten als je zuvor. Das Ungesund-Image spielt keine grosse Rolle aber innovative Aromatisierungen.

von mintel / gb

Der emotionale Zusatznutzen ist wichtiger als gesundheitliche Bedenken: Schokolade enthält das coffeinähnliche Theobromin und Phenylethylamin, welches wie das Glückshormon Serotonin wirkt.

Zwischen 2011 und 2015 hat die Anzahl der weltweit lancierten Premiumschokoladen um 72% zugenommen. So warben im Jahr 2015 7% der Schokoladen und Schokoladenwaren damit, Premiumprodukte zu sein, während es im Jahr 2011 noch 5% waren. Und wie es scheint, sind diese Markteinführungen die Reaktion auf eine starke Verbrauchernachfrage nach qualitativ hochwertiger Schokolade in Europa. Laut einer Umfrage von Mintel sind beinahe ein Viertel (22%) der französischen Schokoladenesser der Meinung, ein Produkt mit hochwertigen Inhaltsstoffen sei beim Kauf von Schokolade ein wichtiger Faktor, gefolgt von 21% in Italien, 17% in Spanien, 11% in Deutschland und 9% in Polen.

Darüber hinaus verspüren europäische Verbraucher immer mehr Appetit auf dunkle Schokolade. Im Jahr 2015 sagten 48% der italienischen Schokoladenesser, sie würden beim Kauf von Schokolade dunkle Sorten bevorzugen, während es im Jahr 2012 noch 36% waren. Derselbe Trend lässt sich auch in Frankreich (48% in 2015 im Vergleich zu 39% in 2012), Deutschland (30% vs 24%) und Spanien (40% vs 36%) beobachten.

Die Schweiz führt die Liste beim Prokopf-Konsum an; Schätzungen von Mintel zufolge ass im Jahr 2015 jede/r 8,8kg Schokolade (Riegel, Tafeln inkl saisonale Produkte), gefolgt von Deutschland (8,4kg pro Kopf), Russland (7,3kg pro Kopf), dem Vereinigten Königreich (6,8kg pro Kopf), Österreich (5,5kg pro Kopf) und den Vereinigten Staaten (5,5kg pro Kopf). Im Vergleich dazu haben chinesische Verbraucher im Jahr 2015 schätzungsweise lediglich 0,2kg Schokolade pro Kopf konsumiert.

Marcia Mogelonsky, Director of Insight bei Mintel, erklärt: «Berücksichtigt man, wie sehr das Verbraucherwissen über Lebensmittel im Laufe des vergangenen Jahrzehnts zugenommen hat, überrascht es nicht, dass sie vermehrt einzigartige Produkte bevorzugen, die etwas Authentisches an sich haben. Das macht sich besonders bei Süsswaren wie Schokolade bemerkbar. Und:

«Konsumenten interessieren sich zunehmend für die Herkunft des Kakaos, den Kakaogehalt und Premiumqualität».

Obwohl sie zunehmend Wert auf einen gesunden Lebensstil legen, scheinen sie über die ungesunden Aspekte von Schokolade nicht allzu sehr besorgt zu sein. Laut der Untersuchung von Mintel könnte das an der Tatsache liegen, dass die meisten Verbraucher die Süssigkeit wegen ihres emotionalen Mehrgewinns naschen. In der Tat geben zwei von fünf (41%) deutschen Schokoladenessern an, Schokolade zu essen, um sich zu entspannen, gefolgt von 37% in Frankreich, 28% in Italien, 27% in Spanien und 23% in Polen. Ausserdem sagt Hälfte (49%) der polnischen Schokoladenesser aus, Schokolade zu essen, um die eigene Stimmung aufzuheitern, gefolgt von 40% in Italien, 39% in Deutschland, 27% in Spanien und 15% in Frankreich.

Darüber hinaus wird wohl auf der ganzen Welt künftig mehr Wert auf innovative Geschmacksrichtungen gelegt werden. Laut Mintel’s Datenbank weltweiter Produktneueinführungen hat die Anzahl der weltweit auf den Markt gebrachten Schokoladenprodukte mit Matcha-Tee-Geschmack zwischen 2011 und 2015 um 140% zugenommen. Des Weiteren stieg in demselben Zeitraum die Anzahl von auf den Markt gebrachten Schokoladensüsswaren mit Salz oder einem salzigen Geschmack um 270% an.

«Der zunehmende Einfluss Asiens als Quelle für neue Inspirationen setzt sich auch in der Schokoladenbranche fort. Im Jahr 2012 war Wasabi die typisch asiatische Geschmacksrichtung bei Schokoladenwaren, doch im Jahr 2015 hat grüner Matcha-Tee diesen Titel übernommen. Hersteller setzen Teesorten als Inhaltsstoffe bei Schokoladenwaren ein, da viele Sorten einerseits mit gesundheitlichen Vorteilen assoziiert werden und andererseits unterschiedliche Kakaoanteile ergänzen können», so Mogelonsky.