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Hochdorf: Kapitalerhöhung zurückgezogen

Der Milch- und Getreideprodukteverarbeiter Hochdorf will keine bedingte Kapitalerhöhung mehr.

von pd/hps

Hochdorf will seine Strategie überdenken. (Bild zvg)

Das Ziel von Hochdorf ist es, ein Unternehmen in Asien oder im mittleren Osten zu akquirieren, das bereits Hochdorf-Produkte am Markt verkauft. Um diesen Kauf zu finanzieren, war ursprünglich eine bedingte Kapitalerhöhung vorgesehen. Nach einer vertieften Analyse sieht Hochdorf nun aber von diesem Schritt ab, wie das Unternehmen anlässlich der Generalversammlung in einer Medienmitteilung schreibt.

«Wir erhalten mit einem Rückzug des Traktandums einen grösseren Handlungsspielraum in der Art und Weise der Finanzierung»

Mit diesen Worten wird Hochdorf-CEO Thomas Eisenring in der Medienmitteilung zitiert. Hochdorf sehe eine neue Möglichkeit in der «genehmigten Kapitalerhöhung», wie Verwaltungsratspräsident Josef Leu in der Mitteilung zitiert wird. Bei der genehmigten Kapitalerhöhung wird der Verwaltungsrat durch die Generalversammlung ermächtigt, selbständig das Eigenkapital zu erhöhen. Bei der bedingten Kapitalerhöhung gibt ein Unternehmen dagegen Obligationen aus, die entweder auf Wunsch einer Partei oder an einem bestimmten Datum in Eigenkapital umgewandelt werden. Laut Konzernchef Thomas Eisenring könnte für die Realisierung einer Transaktion allenfalls auch eine Anpassung der heute geltenden Stimmrechtsbegrenzung von 5 Prozent notwendig werden.

Schwerpunkt bildet die Vorwärtsintegration

Diese werde auf zwei Ebenen angestrebt, wie Eisenring den 345 Aktionären erklärte. Nämlich auf der Ebene der Produkte und auf der Ebene des Geschäftsmodells. Mit der produktgetriebenen Vorwärtsintegration ist die Sortimentserweiterung um Produkte der nächsten Verarbeitungsstufe gemeint. Auf der Ebene der geschäftsmodellgetriebenen Vorwärtsintegration werde auf die Integration eines bestehenden Unternehmens hingearbeitet, welches Hochdorf-Produkte bereits erfolgreich am Markt verkauft, erklärte Eisenring laut Medienmitteilung. Damit solle die Rentabilität der Hochdorf-Gruppe deutlich gesteigert werden. Eisenring informierte die Aktionäre, welche total 641 378 Aktienstimmen vereinten, dass am Standort Sulgen eine neue Sprühturmlinie zur Herstellung von Babynahrung erstellt werde.

Vor den Wahlen des Verwaltungsrates verabschiedete Josef Leu, Verwaltungsratspräsident, das langjährige VR-Mitglied Urs Renggli. Anschliessend bestätigten die Aktionäre alle zur Wahl stehenden bisherigen Verwaltungsratsmitglieder. Als Ersatz für Urs Renggli wurde Dr. Daniel Suter neu in den Verwaltungsrat gewählt. Als Verwaltungsratspräsident wurde Josef Leu wiedergewählt. In den Personal- und Vergütungsausschuss wählten die Aktionäre Dr. Anton von Weissenfluh, Josef Leu und Niklaus Sauter.