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Verein Soja Netzwerk Schweiz gegründet

Grossverteiler, Bauern, Tierzüchter, Getreide- und Milchproduzenten, Sojahändler und Umweltschutzorganisationen haben den Verein Soja Netzwerk Schweiz gegründet.

Soja (Bild: Fibl)

Soja aus umwelt- und sozialgerechter Produktion soll in der Schweiz über die gesamte Wertschöpfungskette Standard sein. Dazu wurde am Dienstag, 10. Mai in Basel der Verein Soja Netzwerk Schweiz gegründet. Als lose Interessengemeinschaft besteht das Soja Netzwerk Schweiz seit 2011. In den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil an Soja aus umwelt- und sozialverträglicher Produktion in der Schweiz von 40 auf 94 Prozent gestiegen, sagten die Verantwortlichen vor den Medien im Rheinhafen in Basel. Das ursprüngliche Ziel, eine Steigerung auf mindestens 90 Prozent, sei damit erreicht.

Mit der Vereinsgründung soll das hohe Qualitätsniveau nun gesichert werden, hiess es weiter. Zudem will der Verein die Standards für einen verantwortungsbewussten Sojaanbau weiterentwickeln. Auch die Transparenz soll sichergestellt werden, indem der Verein jährlich über die Marktabdeckung berichtet.

Verein soll tiefer wirken

Mit der neuen Form erhoffen sich die Verantwortlichen im Weiteren schnellere Lösungsansätze, die breit getragen werden. Wichtige Ziele könnten nur mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette erreicht werden, sagte Vereinspräsident Bernhard Kammer. Wichtig sei etwa die Überprüfung der Wirkung der Standards in den Produktionsländern.

Zu den 19 Gründungsmitgliedern des Vereins gehören unter anderem Coop, Migros, Aldi, der Schweiz Bauernverband, die Dachorganisation Schweizer Milchproduzenten, Suissporcs und Fenaco. Zudem sind der WWF Schweiz und Bio Suisse dabei.

Soja wird weltweit überwiegend als Tierfutter eingesetzt. 285’000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot sind gemäss Verein im vergangenen Jahr als Futtermittel in die Schweiz importiert worden. Innerhalb von zwanzig Jahren hätten sich die Importe verzehnfacht. In der Schweiz geerntet wurden derweil 3882 Tonnen Sojabohnen im 2014.

Druck auf Naturressourcen

Der Druck auf die natürlichen Ressourcen in den Produktionsländern sei hoch, sagte Sibyl Anwander, Chefin der Abteilung Ökonomie und Innovation beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) bei der Vereinsgründung. Bis 2050 werde aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung eine Verdoppelung des Sojaanbaus erwartet.

Auch wenn die Abholzung des Regenwaldes zur Landgewinnung heute weitgehend gestoppt sei, gefährde der steigenden Anbau gemäss Anwander wertvolle Naturflächen. Weitere Probleme seien der Einsatz von Pestiziden und die Überdüngung von Gewässern. Auch beim Import für Fleisch von mit Soja gefütterten Tieren brauche es Standards.

In der Schweiz hatten WWF und Coop 2004 die sogenannten “Basler Kriterien” für einen nachhaltigen Sojaanbau entwickelt. Daraus entstand der Pro-Terra-Standard zur Zertifizierung von Soja. Dieses Soja ist gentechnikfrei, und bei Anbau werden soziale und ökologische Standards eingehalten. Weltweit liegt der Anteil davon bei vier Prozent.