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Milchgipfel: Der Bund soll helfen

Am Milchgipfel vom 27. Mai, der schon im Vorfeld für viel Aufsehen sorgte, haben die Akteure der Milchbranche ein Manifest verabschiedet, mit Forderungen an die Branche selber, aber auch an den Bund.

Nach dem Milchgipfel, zu dem sich Vertreter der gesamten Milchbranche mit Bundesvertretern getroffen hatten, stellten die Schweizer Milchproduzenten (SMP), der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Branchenorganisation (BO) Milch in einem Manifest ihre wichtigsten Forderungen an die Politik vor: Eine sofortige Erhöhung der RAUS-Beiträge, ausserordentliche Massnahmen für die Absatzförderung, eine milchspezifische Nachfolgelösung beim Schoggigesetz und eine höhere Verbindlichkeit für Menge und Preis in den Milchkaufverträgen. Ferner soll Maissilage im Programm für graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) angerechnet werden können. Der Bund soll helfen bei der Ausarbeitung und Umsetzung einer Mehrwertstrategie für Schweizer Milch.
Die Situation sei dramatisch, betonte SMP-Präsident Hanspeter Kern vor den Medien, viele Bäuerinnen und Bauern seien verzweifelt. Auch Markus Ritter, der Präsident des Bauernverbandes, sagte, es müsse sofort gehandelt werden, sonst werde die Schweizer Milchproduktion marginalisiert. Dominique Kohli, stellvertretender Direktor beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), sagte, der Bund wolle eine starke Milchwirtschaft in der Schweiz. Er anerkenne, das die Situation im Milchmarkt schwierig sei und werde prüfen, welche Massnahmen politisch umsetzbar seien. Zusätzliche Direktzahlungen zugunsten der Milchbauern müssten aber an anderen Orten eingespart werden.

Am Rande des Milchgipfels gab es Protestaktionen  von mehreren Basisorganisationen, die verlangten, dass im Milchmarkt wieder eine bäuerliche Mengensteuerung eingeführt wird und dass die Schweizer Milchproduzenten Mengen und Preise mit den Abnehmern aushandeln. wy