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Schweizer kaufen fairer ein

Letztes Jahr haben Schweizer Konsumenten für 520 Millionen Franken Produkte mit dem Fairtrade-Label Max Havelaar eingekauft.

von pd/hps

Schweizer sind Spitze im Kauf von Fairtrade Produkten. (Bild: zVg)

Das Einkaufsvolumen von fairen Produkten stieg gegenüber dem Vorjahr um 11,4%. Dies zeige die Bedeutung von Fairness und Nachhaltigkeit im Konsum klar auf, heisst es im Jahresbericht der Max Havelaar Stiftung. Fairtrade sei kein Nischenphänomen mehr. Ebenso grossen Anteil haben Handel, Gastronomie und Gemeinden, die immer stärker auf Nachhaltigkeit setzen.

Der Pro-Kopf-Konsum steigt von 57 auf 62 Franken.

In der Schweiz bleiben die umsatzstärksten Fairtrade-Einzelprodukte Bananen und Blumen, daneben erzielen zusammengesetzte Produkte immer höhere Umsätze. Auch Schokolade legt weiter zu. Massgeblich an diesem Wachstum beteiligt ist das «Fairtrade Cocoa Program», das sich auf den Rohstoff Kakao bezieht. Zudem gibt es immer mehr Fruchtsäfte und exotische Früchte mit dem Fairtrade Max Havelaar-Label. Dazu haben namhafte Umstellungen im Detailhandel beigetragen: Fairtrade-Ananas kommen mittlerweile auf den stattlichen Marktanteil von 43% und mehr als jeder vierte Fruchtsaft trägt das Fairtrade-Label. Bei den Bananen ist mit 53% mehr als jede zweite fair gehandelt. Es verbleibt ein positives Jahresergebnis der Max Havelaar Stiftung in Höhe von 553 000 Franken.

Migros und Coop an Spitze

Die wichtigsten Fairtrade-Lizenznehmer sind die beiden grossen Schweizer Detailhändler Migros und Coop, wie die Max-Havelaar-Stiftung auf Nachfrage von 20 Minuten sagt. Das grösste Sortiment an Fairtrade-Produkten biete Coop an. Der Detailhändler selbst kommuniziert, dass jedes zweite in der Schweiz verkaufte Fairtrade-Produkt bei ihm verkauft wird.

 

Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte tragen Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten dazu bei, dass Produzenten in Entwicklungs- und Schwellenländern angemessen entlöhnt werden.

«Um Veränderungen zu erreichen, müssen Kleinbäuerinnen und Arbeiter fairen Zugang zum Weltmarkt haben und selbst an Projekten beteiligt sein und ihre eigenen Entwicklungswege bestimmen»

Dies sagt Nadja Lang, Geschäftsleiterin der Max-Havelaar-Stiftung in der Mitteilung. Handel funktioniere dann, wenn neben den Arbeitern im Süden auch Industrie, Handel, Politik und die Konsumenten mitwirkten.