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Jowa erweitert glutenfreies Sortiment

seit 2012 produziert die Jowa ihr glutenfreies Sortiment in der seit 2012 komplett umgestellten Fabrik in Huttwil. Jetzt können auch Nüsse verwendet werden.

von Hans Peter Schneider

Standortleiter Rochus Liniger an der Führung durch den Betrieb. (Bilder: zVg)
Zöliakie-Betroffene können Zitronen- oder Nussmuffin degustieren.
Besucher beobachten die Herstellung von glutenfreien Baguettes.
Die Besichtigung der Produktion der Jowa in Huttwil stiess auf reges Interesse.

Die ungefähr 80 000 unter Zöliakie leidenden Menschen der Schweiz haben ein eingeschränktes Portfolio an Nahrungsmitteln zur Verfügung. Dass die von dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit betroffenen Leute auch Konsumenten sind, haben Detailhändler und Nahrungsmittelverarbeiter seit einigen Jahren erkannt. Dass sich diese nicht immer mit den ewig gleichen Lebensmitteln ernähren wollen und sich auch mal Abwechslungen gönnen möchten, haben die Anbieter auch eingesehen. Seit einiger Zeit nimmt das Angebot an glutenfreier Nahrung zu, ganze Messehallen werden mit «Free From-Produkten» gefüllt und auch Menschen ohne irgendwelche Allergien essen zeitweise «allergenfreie» Lebensmittel. Auch die Jowa erweitert ihr glutenfreies Sortiment das seit 2012 in der Jowa in Huttwil produziert wird. Dafür würden in Zukunft auch Nüsse verwendet, wie die Migros-Tochter in der Medienmitteilung schreibt.

«Die Umstellung von nussfrei auf eine Produktion mit Nüssen ist aus lebensmittelrechtlicher Sicht sehr aufwändig»

So wird Rochus Liniger, Leiter des glutenfreien Zentrums in Huttwil zitiert. Anlässlich des nationalen Zöliakiemonats erhielten Betroffene und Interessierte dort einen seltenen Einblick in die Produktion. Die Teilnehmenden konnten die ersten glutenfreien Produktinnovationen mit Nüssen degustieren und beurteilen. Unter anderem entschieden sie auch, welcher der beiden vorgestellten Muffins weiterentwickelt wird. Gewonnen hat der Nussmuffin, wie Jowa meldet. Vor allem sein Geschmack, das nussige Aroma und die perfekte Konsistenz wurde von den Besuchern besonders gelobt. Diese neuen Produkte kämen jedoch frühestens Ende Jahr in den Verkauf.

«Wir müssen zuerst alle Verpackungen mit dem Hinweis «Kann Nüsse enthalten» ausstatten».

Erst dann dürften Nüsse in der Produktion eingesetzt werden, wie Liniger erklärte. Damit die Umstellung möglichst nachhaltig geschieht, wird das bestehende Verpackungsmaterial aufgebraucht. Parallel laufen erste Kleinversuche, die räumlich strikt getrennt sind. Erst wenn die letzte Verpackung umgestellt sei, könne überprüft werden, ob das, was  bei Kleinversuchen ausgetüftelt worden sei, auch im grösseren Rahmen funktioniert. Deshalb dauert es noch mindestens sechs Monate, bis die ersten glutenfreien Produkte mit Nüssen in den Läden erhältlich sein werden.

«Die Umstellung von nussfrei auf eine Produktion mit Nüssen ist aus lebensmittelrechtlicher Sicht sehr aufwändig»

wie Rochus Liniger, Leiter des glutenfreien Zentrums in Huttwil, in der Medienmitteilung zitiert wird. Diejenigen, die am Samstag ­dabei sein durften, wurden vor der Führung erst einmal mit ­wegwerfbaren Schuhüberzügen, Kopfbedeckungen und Mänteln eingedeckt. Es durfte weder etwas angefasst noch fotografiert werden. Sogar für die Notizen wurde ein hauseigener Kugelschreiber ausgehändigt und Rochus Liniger, der eine der zahlreichen Gruppen führte wird folgendermassen zitiert:

«Eine Kontaminierung wäre verheerend, müsste doch danach der ganze Betrieb gereinigt werden»