Datum: Branche:

Tieferer Umsatz und höherer Gewinn

Die Agrargenossenschaft Fenaco hat durch Liegenschaftsverkäufe und IT-Unternehmen den Gewinn fast verdoppelt. Der Umsatz sank auf gut sechs Milliarden Franken.

von Hans Peter Schneider

Fenaco CEO Martin Keller: «Wir haben ein positves Signal für die Bauern gesetzt».

Als «Wirtschaftskoloss» oder als «Cash-cow» der Bauern, welche die Bauernlobby mächtig unterstütze, bezeichnete die Tagespresse die Fenaco, die kürzlich ihre Jahreszahlen bekanntgab. Diese waren gut, obwohl der Umsatz fast 300 Millionen Franken tiefer lag als im Vorjahr. 6,04 Milliarden Franken Umsatz machte die Fenaco 2015. Daraus resultierte ein gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelter Gewinn von 96 Millionen Franken, der auf die Integration des IT-Unternehmens Bison und auf Liegenschaftsverkäufe zurückzuführen ist.

Positives Signal für Bauer

Ebenfalls angestiegen sind die Investitionen. Die Fenaco investierte 167,8 Millionen Franken, im Vorjahr waren es noch 156,3 Millionen Franken. Diese beachtliche Investitionskraft sei ein starkes Signal für die Bauern, sagte Fenaco-CEO Martin Keller anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen am Hauptsitz in Bern. Schliesslich seien die Bauern Genossenschafter und könnten von einer Verzinsung von sechs Prozent profitieren. Fenaco mache auch etwas, damit die Schweizer Landwirtschaft eine Zukunftsperspektive habe. Zum Beispiel eine Verkaufskampagne, zusammen mit Proviande und Suisseporcs, zur Ankurbelung von Schweizer Schweinefleisch. Aber auch Unterstützung mit einer allergenfreien Apfelsorte, wo Fenaco eine Exklusivvertretung abgeschlossen habe. Allergenfreie Äpfel seien zwar nur eine kleine Nische. «Wir finden aber, dass die Schweizer Landwirtschaft diese besetzen soll», sagte Keller. Dieses Jahr würden weder die Weltwirtschaft noch diejenige von Europa grosse Sprünge machen, sagte CEO Martin Keller in seinem Ausblick.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch