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Bund: Keine höheren Direktzahlungen für Milchbauern

Der Bund erteilt der Forderung der Milchbauern nach höheren Direktzahlungen eine Absage. Bei Liquiditätsengpässen soll schnell und unbürokratisch geholfen werden. Zudem will der Bund mehr Geld in die Absatzförderung von Milchprodukten stecken.

von lid

EVD-Chef, Johann Schneider Ammann

Ende Mai haben sich die wichtigsten Akteure der Milchbranche zu Gesprächen getroffen, um nach Wegen aus der aktuellen Krise zu suchen. Die Branchenorganisation Milch, die Schweizer Milchproduzenten und der Schweizer Bauernverband haben ein Manifest mit Forderungen erarbeitet, die sie am 14. Juni Bundespräsident Schneider-Ammann unterbreitet haben.
Der Landwirtschaftsminister sprach sich gegen höhere Direktzahlungen aus. Die Massnahmen des Bundes sollen grundsätzlich nicht unternehmerische Leistungen ersetzen. Die Verantwortung der Unternehmer könne nicht an den Staat delegiert werden, sagte der Bundespräsident gemäss Mitteilung. Der Bund will aber Milchproduzenten bei Liquiditätsengpässen schnell und unbürokratisch mit Darlehen helfen.
Schneider-Ammann hielt weiter fest, dass den betroffenen Produzenten bereits ein breites Instrumentarium für die betriebswirtschaftliche Unterstützung zur Verfügung stehe, beispielsweise die Stundung von Rückzahlungen von Investitionskrediten, zinslose Darlehen als Betriebshilfe und Unterstützung bei Umbauten und Umschulung bei einer allfälligen Aufgabe der Milchproduktion.
Weiter forderten die Branchenvertreter, dass der Bund die Milchkaufverträge verbindlicher regelt. Es brauche klare Vorgaben bezüglich Menge und Preis. Schneider-Ammann forderte die Branchenvertreter auf, Ziele für eine Verbesserung der Milchkaufverträge zu definieren sowie am Markt eine Mehrwertstrategie zu unterstützen.