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Migros verärgert die Verpackungslieferanten

Die Migros-Industrie sorgt mit ihren Beschaffungsmethoden für Verpackungen bei den Schweizer Lieferanten für Unmut. Die Fachzeitschrift Packaktuell schreibt, Migros betreibe eine «Lieferantenbeugehaft».

von lz/wy

Die Migros-Lieferanten würden an den Hauptsitz am Limmatplatz eingeladen und voneinander abgeschirmt in fensterlose Büros platziert. Die Einkäufer würden, unterstützt von englischsprachigen Beratern, die Offerten einholen und damit die Lieferanten gleich vor Ort gegeneinander ausspielen. «Die Migros verpackt sich wie ein konsumentennahes KMU, gibt aber in zuletzt verschärfter Form gegenüber Verpackungslieferanten den nur auf sich schauenden Shareholder-Optimiere», schreibt Packaktuell-Chefredaktor Joachim Kreuter. Migros’ Einkaufsmacht zerstöre das Vertrauensverhältnis zwischen Lieferant und Abnehmer.
Bei Migros heisst es dazu,  es werde in der Migros niemand in Beugehaft genommen, sondern es finde ein faires und transparentes Ausschreibeverfahren statt mit dem Ziel, wenige strategische Partner für die gemeinsame Lieferantenstrategie der M-Industrie zu finden. «Diese Partner müssen unsere Anforderungen bezüglich Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation und Kosten erfüllen und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit, zusammen mit der M-Industrie zu wachsen.» Zu dem Verfahren seien alle bestehenden Lieferanten eingeladen worden.