Datum:

TSM und Identitas werden nicht fusionieren

Die schon lange geplante Fusion zwischen der TSM Treuhand GmbH und Identitas kommt nicht zustande.

von wy

Der Bund hat erst Anfang Juni kommuniziert, dass er Mehrheitsaktionär bei Identitas, der Betreiberin der Tierverkehrsdatenbank bleiben will. Dies erklärte TSM-Geschäftsführer Hans Schüpbach an der Gesellschafterversammlung vom 30. Juni in Bern. Unter diesen Umständen sei eine Fusion nicht die richtige Variante.

Erste Gespräche über eine mögliche Fusion hatte es bereits 2013 gegeben. Von einer Fusion versprach man sich Synergien bei den IT-Diensten und bei einem gemeinsamen Standort. Nach anfänglich positiven Signalen hab der Bund im 2014 dann aber mit tiefgreifenden Abklärungen begonnen, sagte Schüpbach. Somit sei eine Fusion nun praktisch vom Tisch. Der Bundesrat wird im Oktober formal den Entscheid über seine Aktienmehrheit an der Identitas fällen.

In dieser Situation nehme man nun auch die Nachfolgeregelung des Geschäftsführers und von zwei Mitgliedern des Fachausschusses an die Hand, hiess es in Bern. Im Fachausschuss werden aufgrund ihrer Pensionierung Clément Moret, Freiburger Milchverband, und Michel Pellaux, Cremo, zurücktreten. Im Herbst 2016 wird für die Ersatzwahl und die Wahl des neuen Geschäftsführers eine ausserordentliche Gesellschafterversammlung durchgeführt.

Neu als Gesellschafter bei der TSM sind der Schweizerische Bauernverband (SBV), der Schweizerische Schafzuchtverband, die Schweizerische Milchschafzucht Genossenschaft und die Büffelgenossenschaft Schangnau. Dies, weil ab 1. Juli die Milchprüfung für Verkehrsmilch anderer Säugetierarten als Kühen obligatorisch wird.
Nach der Versammlung stellten Beat Röösli vom SBV und Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz SKS ihre Standpunkte zu TTIP vor. Röösli erklärte, man sei nicht grundsätzlich gegen TTIP, die Position werde vom Ergebnis abhängen. Wichtige Forderungen seien aber, dass beim Grenzschutzabbau Konzessionen nur innerhalb der Importkontingente gemacht würden, dass die Exporte für Spezialitäten erleichtert würden und das der Schutz für geschützte Herkunftsangaben aufrechterhalten bleibe. Sara Stalder sagte, für die Konsumenten hätte TTIP zum Teil positive Effekte wie mehr Produkteauswahl, Preiswettbewerb oder ein Informationsaustausch über Gefährungen über die Systeme RAPEX und RASFF. Gleichzeitig würden viele aber einen drohenden Demokratieabbau befürchten.