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Der Feinschmecker isst aus dem Plastikbeutel

Gesunde Convenienceprodukte sind gefragt. Sealed Air präsentierte an einer Veranstaltung neue Verpackungslösungen, die im Ofen in kürzester Zeit bereit zum Essen sind.

von Hans Peter Schneider

Köche und Verpackungsspezialisten bei der Kreation von neuen Convenience-Menüs. (Bild: Sealed Air)

Konsumenten verlangen stetig mehr nach Convenience-Produkten. War der Begriff Convenience Food früher gleichbedeutend mit Fast Food, steht er mehr und mehr auch für gesunde, frische und geschmacklich überzeugende Produkte. Lebensmittelhersteller haben die Wichtigkeit von «gesundem» Convenience-Food schon lange erkannt und bieten vermehrt neue Lösungen an. Die Lebensmittel können aber nicht einfach eingepackt werden, sondern es braucht gewiefte technische Lösungen, um Lebensmittel unbeschadet haltbar zu verpacken und beim Verbrauch diese in Minutenschnelle schmackhaft zuzubereiten. Ein Unternehmen, das sich mit gesunder Convenience beschäftigt, ist Sealed Air Food Care. So arbeiten in 56 Labors des Unternehmens über 1500 Forscher, Ingenieure und Applikations-Experten. Die Firma hat mehr als 3600 Patente und 9300 eingetragene Marken. In drei internationalen Packforen bringt das Unternehmen Lebensmittelindustrie und Handel zusammen um über neue Verpackungs- und Anwendungsformen zu diskutieren. Sealed Air will dort den direkten Austausch mit der Lebensmittelindustrie stärken. So wird Paolo Ciocca, Leiter Customer Innovation in einer Mitteilung zitiert, dass Sealed Air im Austausch mit Spezialisten aus der Lebensmittelindustrie das technische Verständnis von Prozessen und Systemen weiter vertiefen will.

Klare Kommunikation

So auch am Sealed Air Packforum in Paris. Dort trafen sich Ende März über hundert Fachleute aus der europäischen Lebensmittelindustrie und Einzelhandel. Diese konnten zusammen mit Gastronomen exklusive Menüs für den Convenience-Markt kreieren. Dass die Mahlzeiten nicht nur gut, frisch und schnell zubereitet sein müssen, sondern sich auch attraktiv im Supermarktregal präsentieren sollen, war den Teilnehmern klar. Diese Aufgabe übernimmt die Verpackung und die Marke. Denn: «Auch der beste Verkäufer der Marke spricht nicht während 365 Tagen», legte Claudio Kadu von der Marketingagentur Concept Advertising BMO den Teilnehmern ans Herz. So müssten die Vorteile der Verpackung in Bezug auf Gesundheit oder Convenienence klar kommuniziert werden.

Trend kreieren

Die meisten Foodentwickler würden denken, dass eine neue Kategorie kreiert werden müsse. «Nein», sagte Kadu. «Wir müssen einen Trend kreieren». Dies hat die Agentur mit der Convenience-Linie «No mess no Stress» getan. Zum Beispiel bei einem Menü mit Karotten mit Orangen und Zimt mit diesem Slogan. Und dann – direkt in den Ofen. Oder beim Schweinerippli «Pork Ribs» mit dem Zusatz: «Slow cooked», das in nur fünf Minuten tellerfertig ist. Die «Hearty Potatoes», Kartoffeln, bei denen die Butter und der Rosmarin schon im Beutel zugefügt ist, müssen ebenfalls nur noch fünf Minuten in den Ofen gelegt werden. Die Produkte werden unter der Folie gut sichtbar präsentiert.

Ofentauglich

Dies verlangt die richtigen Verpackungsformen. So muss das Material Temperaturen von minus 30 Grad bis zu 150 bis 250 Grad schadlos überstehen. Damit keine Migration ins Produkt stattfindet, darf die Plastikverpackung nicht aus Polyethylen (PE) bestehen. Bei dieser Verpackung können bei einer Temperatur von gegen 130 Grad schädliche Stoffe ins
Produkt migrieren. Für ofen- und mikrowellenfähige Convenience hat das Unternehmen unter dem Slogan «Oven ease» eine Produkt­range mittels Trayselaer- und Thermoform-Technologie geschaffen, deren Produkte während des Produktionsprozesses vorgekocht oder pasteurisiert und durch den Konsumenten nur noch einige Minuten in den Ofen oder in die Mikrowelle geschoben werden müssen.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch