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Neue Fachkräfte produzieren Genuss aus Milch

136 neue Berufsleute konnten an den Lehrabschlussfeiern der Milchtechnologen und Milchpraktiker vom 6. und 7. Juli in Wil, Sursee und Affoltern im Emmental ihre Zertifikate entgegennehmen.

von pd

Die Abschlussklasse von Sursee.
Die Klasse in Affoltern von Langnau.
Die Abschlussklasse aus Wil.

350 junge Menschen werden aktuell in der Schweiz als Milchtechnologen und Milchpraktiker ausgebildet. Sie alle lernen Genuss zu produzieren – vom Käse über Cafè Latte und Joghurt bis zum Glacé. Offene Lehrstellen gäbe es jedoch für viel mehr Jugendliche. Denn der Konsum an Milchprodukten steigt stetig, auch die Nachfrage im Ausland. Umso mehr freut sich die Milchbranche über 136 neue Berufsleute, die am 6. und 7. Juli 2016 ihre Zertifikate erhalten haben. Ihnen winken sichere Arbeitsplätze und hervorragende Karrierechancen.

Sursee

An der Abschlussfeier des BBZN Milchwirtschaft in Sursee wurden 25 Milchtechnologeninnen und -technologen sowie vier Milchpraktikerinnen und -praktiker diplomiert. Zudem erreichten 33 Absolventen der Fachschule die Zulassung für die eidgenössische Berufsprüfung respektive Höheren Fachprü-fung. «Eine solide Grundbildung bildet das Fundament einer beruflichen Karriere. Wie tiefe Wurzeln und ein kräftiger Stamm einem Baum Halt geben – was ihm erlaubt, dem Gegenwind zu trotzen». Mit diesen Worten begrüsste Thomas Röösli, Präsident der Fachkommission des BBZN Milchwirtschaft, die rund 240 Gäste zur diesjährigen Abschlussfeier der Milchtechnologen EFZ, Milchpraktiker EBA und die Abschliessenden der Vorbereitungskurse zur Berufsprüfung und Höheren Fachprüfung. Beat Schöpfer, Leiter der Berufsfachschule, gratulierte den vier Milchpraktikern mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) und 25 Milchtechnologen mit eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) zum erfolgreichen Abschluss. Im Anschluss überreichten Daniel Wieland, Geschäftsführer des SMV und des Berufsverbandes der Molkereifachleute (BVM) und Chefexperte zusammen mit Hans Aschwanden, Präsident des SMV und der Fromarte den erfolgreichen Absolventen die Diplome und Preise.

Ostschweiz

Am 6. Juli 2016 konnten die Ostschweizer Milchtechnologen/innen und Milchpraktiker/innen 29 junge Berufskollegen neu in ihren Reihen willkommen heissen. In festlichem Rahmen haben die Lehrabsolventen mit ihren Ausbildnern, Eltern und Freunden auf die abgeschlossene Ausbildung anstossen und das eidgenössische Fähigkeitszeugnis in Empfang nehmen können. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten von Marcel Züger, Präsident Bildungskommission Milchberufe Ostschweiz. Er freute sich: «Mit dem heutigen Tag sind Sie offiziell Milch- und Käsespezialist. Sie wissen nun Bescheid über die Produktion von Thermoquark bis zur Herstellung von Emmentaler AOP. Sie kennen die Parameter einer Pasteurisation und haben das Modellieren von Butter erlernt. Sie kennen die Grundlagen eines funktionierenden Qualitätssicherungssystems und haben das Rüstzeug erworben, um erfolgreich eine Produktionslinie oder eine Produktionscharge alleine zu führen.» Der Prorektor der BZWU, Felix Tschirky, betonte den Wert der Berufslehre. Die Milchtechnologin Stefanie Manser von der Züger Frischkäse AG ging auf die Perspektiven des Berufs ein. Sie zeigte auf, wie sie sich schrittweise durch ein hohes Engagement in der Praxis und durch die kontinuierliche Weiterbildung zur Führungskraft weiterentwickelt hat.

Bern

Am 7. Juli 2016 fand im Restaurant Sonne in Affoltern i.E. die Übergabe der Fähigkeitszeugnisse in der Region Bern statt. Bernhard Guggisberg, Abteilungsleiter Holz/Milch des Bildungszentrums Emme in Langnau erklärte: «Ich habe schon zu Beginn der Schulzeit angekündigt, dass es sehr schnell gehen wird. Während der Lehrzeit ist viel Schulstoff und Zwischenmenschliches hängengeblieben. Heute ist jeder zu einer Persönlichkeit herangewachsen.» Er zitierte Marc Twain: «Als ich vierzehn war, war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Aber mit einundzwanzig war ich verblüfft, wieviel er in sieben Jahren dazu gelernt hatte.» Bernhard Guggisberg legte den AbsolventInnen ans Herz, innovativ zu sein, Mut zu zeigen und anzupacken. «Wir lernen ein Leben lang. Deshalb: Seid Botschafter für euren Beruf, Botschafter, dass der Beruf Zukunft hat und fägt!» Markus Leuenberger, Präsident Fachkommission Berufsfachschule Emmental, führte durch den vergnüglichen Abend.
Im Vorfeld der Feierlichkeiten haben 22 Absolventen über ihre Zeit vor, während und nach der Ausbildungszeit gesprochen. Es zeichnet sich eine durchwegs positive Bilanz ab: Den Milchtechnologen bieten sich hervorragende Zukunftschancen, denn die Schweizer Spezialisten für die Milchverarbeitung sind nicht nur im Inland heissgesucht, sondern auch international begehrt. Allein in der Schweiz suchen 500 Käsereien und rund 20 Industriebetriebe dringend talentierte Nachwuchskräfte.
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