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Durchbruch: DNA des Bananen-Pilzes entschlüsselt

Eine internationale Arbeitsgemeinschaft, die von Wissenschaftlern der Wageningen UR geleitet wurde, hat die DNA des Bananen-Pilzes entschlüsselt. Der Pilz verursacht die sehr gefürchtete Black-Sigatoka-Krankheit.

von pd/hps

Dank der Forschung können vielleicht schon bald nachhaltiger angebaute Bananen auf den Markt kommen.
Die Arbeit auf den Bananenplantagen.

Die Wissenschaftler die von der Wageningen UR geleitet wurde, haben die DNA von Pseudovercospora fijiensis entschlüsselt, der Pilz, der die sehr gefürchtete Black-Sigatoka-Krankheit bei Bananen verursacht, wie fruchtportal.de schreibt. Die Ergebnisse, die im Wissenschaftsmagazin «PloS Genetics» veröffentlicht wurden, liefern Grundlagen für die Steigerung der Nachhaltigkeit des Bananenanbaus. Zum Beispiel durch Entwicklung einer resistenten Bananenpflanze und Möglichkeiten für Krankheitskontrolle.

Bisher konnten Erzeuger Fungizide, um Black Sigatoka zu bekämpfen. Die Wirksamkeit der Produkte lasse gemäss Uni Wageningen jedoch schnell nach, was bedeutet, dass die meisten gewerblichen Plantagen immer öfter sprühen müssen – über 50 Mal im Jahr. Das habe eine enorme Auswirkung auf die Umwelt der Plantagen und koste den Bananensektor rund 400 Millionen Dollar pro Jahr.

Jetzt haben wir die Möglichkeit, eine Bananenpflanze zu entwickeln, die für die Produktion und den Export geeignet ist und die auch resistent gegen «Black Sigatoka» ist.

So wird der Gert Kema, Professor für Tropische Phytopathologie an der Wageningen-Universität & Forschungszentrum, der Forschungsleiter und Bananenexporteur, im Journal zitiert. «Black Sigatoka» habe eine enorme soziale, ökologische und wirtschaftliche Auswirkung weltweit. Dank der Entschlüsselung der DNA des Pseudocercospora-Pilzes könnten jetzt grössere Einblicke in die Interaktion zwischen dem Pilz und der Bananenpflanze gewonnen werden. Dies ergebe die Grundlage für eine Steigerung der Nachhaltigkeit des Bananenanbaus. Zum Beispiel mit der Entwicklung von effektiveren und weniger umweltschädlichen Ertragsschutzprodukten. Die Forschung identifizierte den Abschnitt der DNA des Pilzes, der die Basis für einen sogenannten Effektor bildet: eine Substanz in dem Pilz, die eine resistente Reaktion in der wilden Bananensorte Calcutta 4 erzeugt. Dank des Rezeptors dieser wilden Bananenpflanze, die die Pilzsubstanz erkennt und weiss, wenn sie angegriffen wird, wird der Pilz dann eingekapselt, was verhindert, dass die Blätter weiter besiedelt werden. Die Wissenschaftler entdeckten auch, dass die Tomatenpflanzen die Substanz des Black-Sigatoka-Pilzes mittels eines Rezeptors erkennen.