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Brasilianischer Fleischgigant verlegt Sitz nach Irland

Die unternehmerfreundliche irländische Steuerpolitik lockt internationale Foodgiganten an. Die brasilianische JBS will in Dublin eine Konzernmutter aufbauen.

von pd/hps

Der brasilianische Lebensmittelhersteller JBS bringt seine geplante Konzernumstrukturierung voran. Der Unternehmenssitz des kürzlich neu strukturierten Konzerns soll in Zukunft die irische Hauptstadt Dublin sein. Wie der weltweit grösste Fleischkonzern mitteilte, hat er kürzlich bei der US-Börsenaufsichtsbehörde die Registrierung der künftigen Konzernmutter JBS Foods International (JBSFI) beantragt, die vor wenigen Wochen gegründet worden war und nun an der New York Stock Exchange gelistet werden soll. Sitz des Unternehmens ist Dublin. Damit könne der Lebensmittelkonzern von den günstigeren Steuervorschriften in Irland profitieren, wie top agrar schreibt. Geführt werden soll JBSFI laut Unternehmensangaben allerdings vom britischen Hertfordshire aus. JBSFI trete an die Stelle der bisherigen Konzernmutter JBS S.A., die künftig unter dem neuen Namen JBS Brasil ausschliesslich noch für den brasilianischen Markt zuständig sein soll.

Von der Konzernumgestaltung und der Listung an der New York Stock Exchange verspricht sich der Konzern einen besseren Zugang zum internationalen Finanzmarkt und eine Stärkung seiner Position auf dem globalen Lebensmittelmarkt. Das Unternehmen ist bereits seit längerem auf Wachstumskurs. Nachdem JBS im Gesamtjahr 2015 seinen Nettoumsatz um 35 % auf insgesamt 162,9 Mrd Real (46,1 Mrd Euro) und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um etwa ein Fünftel auf 13,3 Mrd Real (3,8 Mrd Euro) hatte steigern können, legte er im jetzt laufenden Jahr beim Umsatz weiter zu. Den grössten Teil seines Umsatzes macht JBS im Ausland. In Europa hat sich der Fleischriese erst im vergangenen Jahr mit der Übernahme des nordirischen Geflügelfleisch-Produzenten Moy Park verstärkt.