Datum: Branche:

Erdbeben: Schwere Schäden für Milch- und Käseproduktion

Das schwere Erdbeben in Mittelitalien hat der renommierten lokalen Milch- und Käseproduktion schwere Schäden zugefügt. 90 Prozent der Ställe in der Erdbebenregionen seien zerstört worden, teilte der Landwirtschaftsverband Coldiretti am Montag mit.

von sda

Coldiretti, der italienische Bauernverband, hilft Bauern, Unterkünfte für ihre Tiere zu finden. (Bild: coldiretti)
Kühe produzieren wegen den Nachbeben weniger Milch.

Viehzüchter seien auf der Suche nach Unterkünften für 11 000 Kühe und 22 000 Schafe. Viele Tiere seien beim Erdbeben ums Leben gekommen. Tierfutter, Wasser und Kühlanlagen, um die Milch zu bewahren, seien in den zerstörten Gebieten dringend notwendig. Wegen des Stresses infolge der ständigen Nachbeben würden die Kühe zudem weniger Milch produzieren. Bauern befürchten Tierdiebstähle in den verlassenen Gebieten. Die Schäden für die Landwirtschaft in dem Erdbebengebiet bezifferte Coldiretti in Millionenhöhe. Der Landwirtschaftsverband startete eine Spendensammlung für die betroffenen Kollegen.

«Landwirtschaft und Viehzucht müssen aktiv unterstützt werden, um eine Entvölkerung der betroffenen Region zu verhindern»

kommentierte Coldiretti-Chef Roberto Moncalvo. Amatrice, die vom Erdbeben am stärksten betroffene Gemeinde, ist bei den Italienern als Pasta-Hauptstadt und Gastronomie-Hochburg bekannt. Der Ort ist Namensgeber der «Spaghetti all’ Amatriciana» eines der populärsten Nudelgerichte Italiens. Die Sauce dafür besteht aus Schweinespeck, Paradeiser, Pecorino-Käse, Pfefferoni und Olivenöl. In der Vergangenheit war es das Essen der dort ansässigen Hirten. Im Laufe der Zeit wurde das Rezept von der römischen Küche vereinnahmt und erfreut sich auch im Ausland zunehmender Beliebtheit.