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Neue Lanze für Lanz

Wer Lebensmittel verarbeitet, ist immer höheren Hygieneanforderungen ausgesetzt. Hilfe erhalten Hersteller von professionellen Unternehmen, die durchdachte Reinigungskonzepte anbieten können. Auch die Molkerei Lanz setzt darauf.

von Hans Peter Schneider

Gute Zusammenarbeit: Andreas Lanz mit seinem Kundenberater Thomas Erni.
Thomas Wyss (links) spritzt den Schaum von den Wänden.
Der Schaum ist gleichmässig, fein porös verteilt.
Wasser marsch!
Thomas Erni setzt den richtigen Produktemix zusammen.
Mit tiefem Druck reinigen ist für Ecolab zentral.

Geschäftig geht es zu und her in der Molkerei Lanz in Obergerlafingen. An diesem Morgen werden Jogurt und Pastmilch abgefüllt, die Mitarbeiter huschen zwischen den Anlagen hin und her und verrichten ihre Arbeit. In einer Ecke wird jedoch gereinigt. Der Geschäftsführer Andreas Lanz lässt sich von Ecolab ein neues Reinigungskonzept vorführen. Schliesslich werde die Reinigung immer wichtiger in der Produktion von Lebensmitteln. «Man geht immer mehr von der Null-Toleranz aus», sagt Andreas Lanz. Der Konsument erwarte von Lebensmitteln, dass keine Rückstände, sei es von der Produktion oder eben auch von Reinigungsmitteln, enthalten beziehungsweise nachweisbar sind. Dabei komme die grösste Bedeutung der Hygiene zu, sagt Lanz. Schliesslich würden auch die QS-Anforderungen jedes Jahr steigen. In einem Lebensmittelproduktionsbetrieb sei alles der Sicherheit untergeordnet. Obwohl der Reinigungsprozess in einem Lebensmittelbetrieb im Laufe der Jahre grundlegende Änderungen erfahren hat, stehen heute auch neue Herausforderungen im Vordergrund, denen sich der Praktiker Lanz bei seinen Reinigungskonzepten stellen muss.

Keine Verschleppung von Aromen

Zum Beispiel die zunehmende Sensibilität auf Allergene. So wolle zum Beispiel ein Küchenchef eines Spitals wissen, wie die Abläufe bei der Abfüllung seien. Denn es gibt Menschen, welche zum Beispiel allergisch auf Erdbeeren reagieren. Das bedingt eine Spülung der Anlage nach dieser Sorte, um eine Verschleppung in andere Aromen auszuschliessen. Bei Nussprodukten ist die Sache noch heikler. «Wenn wir glutenfreie Müsli abfüllen, erfolgt vor der Produktion ein Oberflächenschnelltest für das Protein, um die Sicherheit zu garantieren», sagt Lanz. Hier gebe es keine Toleranz. Zudem sei es auch das Ziel, die teuren Anlagen möglichst gut auszulasten. Oft dauere die Reinigungszeit ähnlich lange wie die Produktion. Das Umstellen bei Desserts, etwa von Süssmost-crème auf «Brönnti»-Crème, bedinge eine volle Reinigung der Prozessanlagen, sagt Lanz. «Für uns als Produzent, der eine vielfältige Produktepalette anbietet und damit viele kleine Chargen produziert und oft umstellen muss, ist die Reduzierung der Reinigungszeit ein wichtiges Anliegen», sagt Lanz.

Professionelle Unterstützung

«Wir bürgen täglich mit unseren Namen für die Qualität der Lanz-Produkte, deshalb ist es uns wichtig, einen Partner zur Seite zu haben, der uns in den wichtigen Hygiene Fragen kompetent unterstützt», sagt Lanz. So sei das Unternehmen Ecolab als Reinigungsspezialist der ideale Partner für die Molkerei. Ecolab verstehe es, Lanz als mittelständisches Familienunternehmen zu behandeln und es gleichzeitig auch an der internationalen Erfahrung, welche Ecolab über die internationale Milchwirtschafts-Industrie besitzt, teilhaben zu lassen. «Zudem schätzen wir den langjährigen Service unseres Beraters, Thomas Erni, die innovativen Produkte und auch die Schaumtechnik. Kurz, bei Ecolab bekommen wir alles aus einer Hand, was uns sehr gefällt», sagt Lanz.

Sicherheit ist wichtig

Derweil wird diese Schaumtechnik in der Produktionshalle von Lanz eingesetzt. Thomas Wyss, Betriebsleiter der Molkerei Lanz, setzt dazu den «Typhoon» ein, das grosse mobile Schaumgerät der Hybrid-Serie, das Ecolab zusammen mit Nilfisk entwickelte. Für ihn weist diese Maschine einige zentrale Vorteile auf. Zum Beispiel läuft die Steuerung immer über den Umschaltknopf, der gewährleistet, dass nie direkt von einer Chemi­kalie auf die andere geschaltet
werden könne. Dies ist eine Sicherheitsmassnahme, denn verschiedene Reinigungsmittel dürfen nie zusammen kombiniert werden. Dies kann zu Verstopfungen des Schaumblocks, zu Korrosionen im Gerät oder gar zu gefährlichen Mischungen führen. So wird der Wasserschritt jeweils automatisch dazwischengeschaltet. Nun setzt Wyss die Lanze in einem 30 cm Abstand von der Wand an und fährt langsam von unten nach oben. Bei dieser Arbeit sei die Konsistenz des Schaumes zentral, sagt Thomas Erni. Dieser müsse möglichst lange am zu reinigenden Objekt haften, gleichzeitig müsse er jedoch dennoch wässrig, dünnflüssig und kein «klebriger» Rasierschaum sein. Der Schaum soll gut an der Vertikaloberfläche haften und langsam abfliessen und dabei Rückstände mitnehmen. Diese Aspekte hätten sich mit der neuen Generation an Schaumreiniger «Topaz» in Kombination mit den «Hybrid»-Schaumgeräten gut verwirklichen lassen, sagt Sandra Saul, Regional Marketing Manager von Ecolab. Die technische Besonderheit der «Hybrid»-Serie liege in der Schaumerzeugung mittels «Corona TechnologieTM, welche gezielt Luft in die Reinigungs­lösung bringt und so für eine gleichmässigen mobile Schaumstruktur sorgt. Dabei sind die neuen Topaz- Schaumreiniger nachhaltig einsetzbar, weil sie die auf lange Sicht zugelassenen Inhaltsstoffe enthalten, also komplett nach der EU-Chemikalienverordnung, REACH, kompatibel sei. Wyss reinigt mit dem mobilen autarken Schaumsystem. Möglich wäre auch, mittels einer dezen­tralen Chemieversorgung zu schäumen, wo an jeder Arbeitsstation die benötigten Reinigungschemikalien zur Verfügung gestellt werden. Bei der zentralen Chemie­versorgung wird die Reinigungslösung in einem zentralen Raum vorgemischt und als Anwendungslösung über ein Rohrsystem zu den Arbeitsstationen transportiert. Bei allen drei Systemen kann hochpräzis gearbeitet werden. So könnte mit einem Liter Chemiekonzentrat ein ganzer Tennisplatz geschäumt werden, sagt Alexander Maycock, Country Division Manager Food & Beverage, Schweiz.

Nieder- statt Hochdruck

Auch wenn während langer Zeit in die gleiche Ecke geschäumt wird, so werden keine Aerosole freigesetzt. Der Anwendungssicherheit schreibt Ecolab die grösste Bedeutung zu. Wurden früher noch mit dem Hochdruckreiniger Anlagen oder Räume gewaschen, so werden diese seit einigen Jahren mit möglichst niedrigem Druck, bis maximal 25 bar, gereinigt. Dies, um zu vermeiden, dass Keime mit dem Hochdruckreiniger verteilt werden und es zu einer Rekontaminierung kommt oder Einrichtungen durch den Wasserstrahl beschädigt werden. Der tiefe Druck, aber dazu die richtige Düse, zum Beispiel, eine die ein effiizientes Sprühbild erzeugt und so die optimale Spülwassermenge bereitstellt, trage viel zu einer verbesserten Hygiene bei, wie Alexander sagt. Diese auch schon seit einigen Jahren bekannte industrielle Oberflächenhygiene mittels Schaumanwendung hat immer wieder Verbesserungen erfahren.