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BO Milch: Mehr Sicherheit für Milchbauern

Die Milchbranche einigt sich auf verbindlichere Milchkaufverträge. Milchproduzenten sollen künftig im Voraus wissen, welche Mengen zu welchem Preis sie liefern können.

von pd/wy

Der starke Franken führt besonders im Milchmarkt zu Preisdruck.

Der Vorstand der Branchenorganisation (BO) Milch hat an seiner Sitzung vom 29. August entschieden, die Segmentierung anzupassen, um “mehr Sicherheit auf allen Stufen des Handels zu schaffen.” Jeder Milchkäufer muss künftig seinem Lieferanten bis spätestens zum 20. Tag des Monats mitteilen, wie viel Milch er im nächsten Monat im A-Segment und im B-Segment zu welchem Preis übernehmen will. Dies gilt für Erstmilchkäufer wie bäuerliche und private Milchhändler und für Zweitmilchkäufer wie Verarbeiter.
Damit sei die Rolle des Milchbauern als Restgeldempfänger vom Tisch, schreibt die BO Milch in ihrer Mitteilung. Auch die Wirkung der Segmentierung und die Freiwilligkeit der C-Milch-Lieferung werde gestärkt. Längere Vorlaufzeiten seien im volatilen Milchmarkt nicht sinnvoll. Sie würden eine Unsicherheit schaffen, die sich auch zuungunsten der Milchbauern auswirken könnte. Um das Reglement entsprechend anzupassen, stellt die BO Milch beim Bundesrat ein Gesuch um Allgemeinverbindlichkeit. Ferner wird eine ausserordentliche Delegiertenversammlung Mitte November über die Änderung entscheiden. Die Neuerung soll per 1. Januar 2017 in Kraft treten.
Auf das Thema einer Mengensteuerung ging der Vorstand nicht ein, wie es weiter heisst. Der Bundesrat hatte am 25. August die Motion Nicolet abgelehnt, die verlangt, dass der Bundesrat der BO Milch den Auftrag gibt, eine Mengensteuerung im Milchmarkt umzusetzen. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage.

Den Richtpreis für A-Milch hat der BO Milch-Vorstand auf einer Höhe von 65 Rappen pro Kilogramm festgelegt, er bleibt damit für das vierte Quartal 2016 unverändert. International hätten die Milchpreise auf sehr tiefem Niveau etwas Bewegung nach oben erhalten, schreibt die BO. Deshalb habe man trotz weiterhin grosser Preisdifferenz zu den EU-Milchpreisen den Richtpreis belassen.