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Deutlich weniger Kartoffeln erwartet

Wegen des ungünstigen Wetters fällt die diesjährige Kartoffel-Ernte klein aus. Die Qualitäten sind sehr unterschiedlich, der Anteil an kleinen Kartoffeln hoch.

Der Bund möchte mehr Wettbwerb im Kartoffelmarkt. Für die Branche ist die Versteigerung von Import­kontingenten der falsche Weg dazu. (Bild: zVg)

Die Bruttoerträge liegen zwar höher als im Vorjahr, aufgrund des tieferen Speisenanteils liegen die Flächenerträge mit 265 kg Speiseanteil pro Are über alle Sorten gesehen praktisch auf dem historischen Ertragstief von 2013 (262 kg/a) und 2015 (269 kg/a), wie die Branchenorganisation Swisspatat mitteilt.  Verglichen mit den letzten fünf Jahren, die zwei Kleinsternten enthalten, liegen die diesjährigen Erträge 23 Prozent unter dem Durchschnitt.

Die Ernte besteht aus vielen kleinen Kartoffeln, der Raclette-Anteil ist entsprechend hoch. Die äusseren und inneren Qualitäten sind sehr heterogen. So wies jedes vierte Muster Wachstumsrisse auf. Besonders ausgeprägt war dies bei der Sorte Agria. Weitere verbreitete Mängel waren grüne Knollen und Fäulnis.

Grund für die kleinere Ernte ist das ungünstige Wetter: Nachdem die ersten Kartoffelpflanzungen bei guten Konditionen erfolgten, verzögerte eine lange Regenperiode weitere Pflanzungen und brachte verbreitet die Kartoffeln unter Stress oder gar zum Ersticken, so Swisspatat. Krautfäule sei ein grosses Problem gewesen. Die heissen Temperaturen der vergangenen Tage waren dem Wachstum ebenfalls nicht förderlich.

Die Preise sind wegen der kleineren Ernte gestiegen. Der Produzentenrichtpreis bei den Sorten Victoria und Jelly beispielsweise berträgt im Frischkonsum neu Fr. 51.35/100 kg (2015: Fr. 47.70).

Die Kartoffel-Anbaufläche blieb mit knapp 10’900 Hektaren stabil.