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Emmi will nachhaltiger werden

Der Milchverarbeiter Emmi hat zusammen mit verschiedenen Anspruchsgruppen Nachhaltigkeits-Ziele definiert.

von pd/hps

«Wir reduzieren den Ausstoss von Treibhausgasen»

Emmi schreibt in der Medienmitteilung, dass sich der Milchverarbeiter verpflichtet, den CO2-Ausstoss bis 2020 um 25 Prozent zu senken. Dies fängt an bei eigenen Emmi-Betrieben an, wo der Milchverarbeiter schon beispielhafte Projekte vorzeigen kann. So sei zum Beispiel die Mehrfachnutzung von Wasser für Emmi ein wichtiges Umweltziel. Der Milchverarbeiter verbrauche knapp drei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. So werde zum Beispiel in Suhr mit modernster Technik die Abwärme aus bestehenden Prozessen zurückgewonnen und als warmes Prozesswasser mit unterschiedlichen Temperaturniveaus bereitgestellt. Zur nachhaltigen Wassernutzung wird erwärmtes Trinkwasser, das beim Pasteurisieren von Milch anfällt, nicht ins Abwasser geleitet, sondern in sogenannten Lauwasserbecken aufgefangen. Dieses saubere Wasser kann nochmals eingesetzt werden. Auch bei der Energie spart der Milchverarbeiter. So hätten die Emmi Betriebe in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte zur Wärmerückgewinnung umgesetzt. Wasser als Energieträger spielt dabei eine wichtige Rolle. Oder in der kleinen Molkerei, der Lataria Engiadinaisa SA (LESA) in Bever, werden die organischen Abbauprozesse in der Molke für die Energiegewinnung genutzt, wie Emmi schreibt. So würden jährlich aus 4 Millionen Kilogramm Molke 88 000 Kubikmeter Biogas entstehen, die in 280 000 Kilowattstunden Strom umgewandelt würden. Emmi ist auch Mitglied bei AgroCleanTech (Energie- und Klimaschutzagentur für die Landwirtschaft).

Um die Ziele zu erreichen müssten jedoch auch bis 2020 alle Schweizer Milchlieferanten einen Kriterienkatalog erfüllen, im Gegenzug verspricht Emmi einen überdurchschnittlichen Milchpreis.

Die vier Nachhaltigkeitsverpflichtungen von Emmi lauten:
1.     Reduktion des CO2-Ausstosses bis 2020 um 25 Prozent (gegenüber 2014 und im Verhältnis zur verarbeiteten Milchmenge)
2.     Verarbeitung von Milch aus nachhaltiger Produktion. Deshalb müssen bis 2020 alle Schweizer Milchlieferanten von Emmi einen Katalog an Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Dabei stehen die Haltungsbedingungen der Milchkühe – insbesondere der Auslauf und die Fütterung – im Vordergrund. “Letzteres aus der Überzeugung, dass eine Milchproduktion auf der Basis von einheimischem Raufutter ökologisch sinnvoll und dem Tierwohl zuträglich ist”, schreibt Emmi in einer Mitteilung. Die Schweiz biete gute Voraussetzungen für diese naturnahe und günstige Form der Milcherzeugung. Im Gegenzug verpflichtet sich Emmi, ihren Schweizer Milchlieferanten einen überdurchschnittlichen Milchpreis zu bezahlen.
3.     Verschwendung von Nahrungsmitteln und Verpackungsmaterial um 20 Prozent reduzieren bis 2020
4.     In die Entwicklung der Mitarbeitenden investieren
«Echte Nachhaltigkeit» sei ein Wettbewerbsvorteil, betont Emmi. Der Konkurrenzdruck unter den Milchverarbeitern habe in den letzten Jahren stetig zugenommen. Man wolle sich als Anbieterin von innovativen Qualitätsprodukten positionieren. Ein Baustein hierfür sei ein glaubhaftes, ambitioniertes Nachhaltigkeitsengagement, so Emmi weiter.
Die Nachhaltigkeitsziele wurden mit verschiedenen Ansprechsgruppen erarbeitet, unter anderem mit dem WWF Schweiz. Die Umweltschutzorganisation wird Emmi in der Umsetzung und Weiterentwicklung ihres Nachhaltigkeitsengagements auch zukünftig begleiten.