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Disruptiv zum Zweinutzungsapfel

Wie Früchte auch zur Proteinbombe werden könnten.

von Hans Peter Schneider

Seit einiger Zeit sind Insekten in aller Munde, respektive, es wird viel über Ernährung mit Insekten gesprochen. Vorträge dazu füllen ganze Säle, Artikel ganze Zeitungsseiten. Was bringt es eigentlich ausser der Welterrettung sonst noch, wenn die Menschheit Insekten isst? Dass neue Proteinquellen gesucht werden, unter anderem auch in Form von Insekten, die in ihrem Stoffwechsel ganz effizient Protein produzieren, ist vernünftig. Aber es gibt noch weitere Gründe, warum Insekten als Nahrungsmittel anerkannt werden sollten.
Das Gute liegt so nah, die Grillen zirpen gleich vor den Füssen, die Heuschrecken hüpfen nicht weit daneben, die Maden lassen sich optimal in einer organischen Nährlösung züchten. Also könnte Regionalität oder «direkt vom Hof» doch auch hier zum Zug kommen. Für zwei Milliarden Menschen standen Insekten schon immer auf dem Speiseplan. Zudem gibt es in den Dschungeln der Erde noch viele unentdeckte Arten, darunter sicher ganz gut mundende. Insekten sind gesund, und mit ihren interessanten Geschmackseigenschaften lassen sich spezielle Menüs entwickeln.

Könnte diese Ernährung bei westlich orientierten Konsumenten zu weiteren disruptiven Ernährungsgewohnheiten führen? Wenn Insekten im Teller nicht mehr das Grausen hervorrufen, sollten sie es eigentlich in Früchten auch nicht mehr. Konkret:

Wenn der Mehlwurm in der Basilicopaste als Proteinträger dient, könnte doch die Made dieselbe Funktion im Apfel wahrnehmen

Sollte man also den bis anhin unbeliebten Mitesser und Mitbewohner in den gesunden (Bio)-Früchten zu mehr Anerkennung verhelfen? Könnte künftig gar ein Zweinutzungsapfel oder eine Zweinutzungskirsche mit integriertem Wurm und nachhaltigem Zusatznutzen, dank ausbleibender Insektizidanwendung, zur Marktreife gelangen?