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EU-Projekt OLEUM für Qualitätssicherung von Olivenöl

Im OLEUM-Projekt werden über vier Jahre neue Analyseverfahren zum Fälschungsnachweis von Olivenöl entwickelt und bestehende Verfahren verbessert.

von eufic/gb

Verbesserung von Qualität, Produktsicherheit und -echtheit von Olivenölen stärkt das Konsumentenvertrauen. Bild: Olivenöl-Bar an der Gourmesse 2016.

Europa ist heute mit gut 70% der weltweiten Produktion der grösste Olivenölerzeuger. Dennoch bauen Nicht-EU-Länder die Produktion im eigenen Land zunehmend aus und erhöhen so den Konkurrenzkampf auf dem weltweiten Olivenölmarkt. Dieser wachsende Wettbewerbsdruck führt in Verbindung mit expandierenden Märkten und fehlenden effizienten sowie harmonisierten Analyseverfahren zum Nachweis von Betrug mit Olivenöl zu entscheidenden Schwächen, die von Produktfälschern ausgenutzt werden.

Der hohe Preis von Olivenöl, sein unverwechselbares sensorisches Profil und sein guter Ruf als gesundheitsförderndes Nahrungsfett machen das Olivenöl zu einer Zielscheibe für Verfälschungen oder illegale Mischungen mit anderen Pflanzenölen bzw. für die vorsätzlich fehlerhafte Kennzeichnung von preiswerteren Olivenöl-Güteklassen.

Olivenölverfälschungen sind eine der grössten Quellen landwirtschaftlichen Betrugs weltweit.

Ein kürzlich gestartetes EU-Projekt soll über vier Jahre neue Analyseverfahren zum Fälschungsnachweis von Olivenöl entwickeln und bestehende Verfahren verbessern. Die

Ziele dieses OLEUM-Projekts sind:

  • Verbesserte Gewährleistung von Olivenölqualität und -echtheit durch den verstärkten Nachweis und die Förderung von Präventionsmassnahmen beim Olivenölbetrug. Dieses Hauptziel wird durch drei strategische Schwerpunktziele unterstützt:
  • Entwicklung neuer und/oder Verbesserung existierender Analyseverfahren zur Sicherstellung der Qualität und Echtheit von Olivenölen.
  • Qualitätssicherung, bestehend aus Olivenöl-Analyseverfahren und Daten zu den chemischen und organoleptischen Eigenschaften (z. B. im Zusammenhang mit der sensorischen Erfahrung wie Geschmack, Geruch und Textur).
  • Entwicklung und Unterstützung eines gemeinschaftlichen Netzwerks aus qualifizierten Analyselaboren, die an der Analyse von Olivenöl beteiligt sind, mit dem Ziel, ein umfassendes OLEUM-Netz aufzubauen.

Das Konsortium hat insgesamt vier Bereiche für mögliche Verbesserungen ausgemacht, die durch Forschung und Entwicklung im Olivenölsektor angegangen werden müssen. In diesen vier Bereichen wird OLEUM Forschungsmassnahmen vornehmen und Ergebnisse vorlegen:

1.Legislativer und regulatorischer Rahmen: Der bestehende regulatorische Rahmen bietet trotz regelmässigen Prüfungen keine ausreichende Basis bzw. Wirksamkeit bei der Verhinderung von gängigen und neuen Betrugsformen. OLEUM wird eine Reihe potenzieller Lösungen entwickeln, um der EU sowie internationalen Regulierungsbehörden und Entscheidungsträgern bei der Verbesserung von Regulierungsstandards behilflich zu sein.

2.Analyseverfahren: OLEUM wird bestehende Analyseverfahren zur Überprüfung der Olivenöl-Qualität überarbeiten und durch das Aufzeigen von Schwächen sowie der Steigerung von Leistung und Effizienz Betrugsfälle aufdecken (z. B. verbesserte Empfindlichkeit und Einsatzfähigkeit, Zeit- und Kosteneinsparungen bei den Analysen). Das Projekt wird die Methodik zur Bewertung der organoleptischen Merkmale verbessern, indem die Reproduzierbarkeit erhöht und ein quantitatives unterstützendes Verfahren entwickelt wird. OLEUM möchte zudem neue analytische Marker identifizieren, die illegale Mischungen ermitteln, die Olivenöl-Frische und Qualität bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum messen sowie die Einhaltung von geografischen Ursprungsnachweisen überwachen.

3.Harmonisierung und Koordination: OLEUM wird Verbesserungsvorschläge für internationale Vorschriften unterbreiten, einschliesslich potenzieller neuer Verfahren und Referenzmaterialien, und den Technologietransfer zu einer breiteren analytischen Gemeinschaft fördern. Eine webbasierte, benutzerfreundliche OLEUM-Datenbank wird konsolidierte Informationen zu bestehenden und aufkommenden Betrugspraktiken sowie zu Forschungsarbeiten im Rahmen des OLEUM-Projekts speichern. Aber auch Daten aus zuverlässigen existierenden, jedoch verstreuten Quellen werden herangezogen.

4.Verbraucher- und Marktvertrauen: OLEUM wird anhand einer einfachen, zuverlässigen und proaktiven Verbreitungsstrategie, die auf der Einbeziehung vieler Interessengruppen basiert, das Verbraucher- und Marktvertrauen in Olivenölerzeugnisse stärken und somit zur Wahrung des guten Rufs von Olivenöl im globalen Massstab beitragen. Die Strategie wird für eine massgeschneiderte Kommunikation mit der Öffentlichkeit sorgen sowie für den Wissenstransfer und die Weitergabe von technischen Informationen an Industrie, wissenschaftliche Gemeinschaft und Regulierungsbehörden.

Das OLEUM-Projekt begann seine Arbeit am 1. September 2016 und ist für eine Projektlaufzeit von vier Jahren geplant. Das Projekt wird von Prof. Tullia Gallina Toschi der Fakultät für Agrar- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bologna in Italien koordiniert. Zwanzig Partner aus fünfzehn Ländern bündeln Kompetenzen auf den Gebieten Lebensmittelanalyse, Lebensmittelrecht, Industrieanlagentechnik, Bioinformatik, Kommunikation und Wissensaustausch.