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Swissness: Cordon-Bleu ohne Schweizerkreuz

Das per 1. Januar in Kraft getretene Swissness-Gesetz habe über 60 Lebensmittelunternehmen veranlasst die Rezepturen zu ändern oder auf das Schweizer Kreuz zu verzichten, wie der Bund schreibt.

von pd/hps

Bofrost verzichtet beim Mini-Cordon-bleu auf das Schweizerkreuz, weil das Produkt zu 25 Prozent aus importierter Paniermehl-Panade besteht. (Bild: zvg)

Der Convenience-Hersteller Bofrost hat bislang sein Mini-Cordon-bleu mit einer Schweizerfahne geschmückt. Ab 1. Januar 2017 ist nun die Swissness-Regelung in Kraft getreten. Damit müssen 80 Prozent der Rohstoffe aus der Schweiz sein, wenn sie mit Kreuz beworben werden wollen. Die Crux beim Mini-Cordon-bleu ist, dass das Paniermehl der Panade mit 25 Prozent Gewichtsanteil ins Gewicht fällt, wie der Bund schreibt. Dies obwohl Schinken, Schweinefleisch und der Käse aus der Schweiz stammen. Die Zeitung befragte über 60 Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie. Eine Mehrheit, die sich zum Thema äusserten, hätten aufgrund der neuen Gesetzeslage, die Rezepturen, die Verpackung oder beides geändert. Einige Produzenten hätten nur wenige Anpassungen vornehmen müssen, andere viel, schreibt der Bund. Die Palette der Produkte, wo das Kreuz entfernt werden musste, reiche von Napoli-Teigwaren wegen dem ausländischen Hartweizengries, die Vermicelles von Hero mit den Marroni’s aus Italien, der Mayonaise Thomy von Nestlé. (alimenta berichtete), oder auch bei den Ramseier-Säften, wenn sie exotische Früchte enthalten. Kambly verzichte bei den Produkten, Chocolait Blond und Bio-Mandelgipfeli auf das Kreuz oder Konfitürenhersteller Räber musst eelf Rezepturen anpassen. Bei vier Eigenmarken-Konfitüren sei das Kreuz entfernt worden. Im allgemeinen bemängle die Industrie die «umständlichen» Anforderungen und die neuen Hürden, wie der Bund festhält. Konsumentenschutz lasse verlauten, dass die Lebensmittelindustrie zwar gerne den Swissness-Bonus einstreiche, dafür aber alles beim alten belassen wolle, wie Sarah Stalder vom Konsumentenschutz zitiert wird. «Die Folgen der Swissness werden dramatisiert», lässt BLW-Vizedirektor, Dominique Kohli im Bund-Artikel verlauten.