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Der Nutella-Graben

In Osteuropa sind viele Markenartikel mit minderen Inhaltsstoffen versehen als im westlichen Europa. Die Ergebnisse einer Studie, publiziert in der NZZ aSo verärgert die Osteuropäer.

von hps

Osteuropäische Nutella soll von minderer Qualität sein.
Der Fischanteil osteuropäischer Iglo-Stäbchen ist gemäss Studie tiefer.

Auf den ersten Blick ist das Warenangebot in einem beliebigen Supermarkt im Osten das gleiche wie in einem westlichen Supermarktregal. Auf den zweiten Blick jedoch, enthalten die gleichen Markenartikel im Osten minderwertige Zutaten. Dies hat gemäss NZZ aSo eine slowakische Studie festgestellt. Bei 10 von 22 Markenprodukten hätten die Experten grössere Unterschiede bemerkt. So schmecke Nutella in einem ungarischen Supermarkt schlechter als jene in Österreich – das Budapester Amt für Lebensmittelsicherheit habe diesbezüglich schon eine Konsumentenwarnung herausgegeben. Oder die Fischstäbchen der Marke Iglo würden im Osten weniger Fisch enthalten als im Westen. Nämlich 58 Prozent in der Slowakei und in Ungarn – in Österreich hingegen 7 Prozent mehr, wie die NZZ weiter schreibt. Die Ergebnisse der Studie riefen auch schon Politiker auf den Plan. So lässt sich Janos Lazar der Kanzleichef von Ungarns Regierungschef Viktor Orban zitieren:

«Das ist der grösste Skandal der letzten Zeit»

Auch der Butteranteil der Leibnitz-Biscuits sei «bedenklich tiefer» als derjenige in westlichen Lebensmittelregalen. Billigere Zusätze wie Palmöl statt Butter, mehr Fett und mehr Konservierungsmittel wurden in der Studie auch in Tschechien nachgewiesen.

«Wir haben es satt der Abfallkübel Europas zu sein»

So schimpfte der tschechische Agrarminister Marian Jurecka gemäss NZZ. Sowieso sei die ganze Geschichte Wasser auf die Mühlen der EU-Gegner, die sich schon immer als Staaten zweiter Klasse in der Gemeinschaft sahen.