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«Maestrani hat eine grosse Geschichte»

Markus Vetter zu seiner Lieblingsmarke, dem Export und seinen Rohstoffen. Er rechnet mit 100 000 Chocolarium-Besuchern im ersten Jahr.

von Hans Peter Schneider

Maestrani-Geschäftsführer Markus Vettiger.

alimenta: Im Film des Chocolariums sieht man, dass die Milch von der Region, also von den Alpen stammt. Können Sie die Herkunft der Milch auf den Produzenten genau eingrenzen, wie das zum Beispiel ein grosser Hersteller in der Schweiz macht?
MARKUS VETTIGER: Wir verbrauchen zu hundert Prozent Milchpulver. Wir sind natürlich nicht ein riesiger Produzent und können die Lieferanten nicht sehr eng eingrenzen.

Sie führen drei Marken, Minor, Munz und Maestrani. Ist das für ein KMU nicht ein zu grosser Aufwand?
Klar wäre eine einzige Marke einfacher und würde sehr viel Sinn machen. Das ist aber historisch gewachsen. 1998 hat Maestrani Munz übernommen. Markentechnischer Art sind da vielleicht nicht die besten Entscheide getroffen worden. Die Marke Minor und die Marke Munz wurden damals separat weitergeführt, sind aber heute bei den Konsumenten so verankert, dass eine Verschmelzung nicht mehr einfach ist. Die Produkte unter der Marke Munz haben zudem eine ganz andere Käuferschicht als diejenigen, die Minor kaufen.

Und welche ist Ihre Lieblingsmarke?
Ganz klar Maestrani. Diese Marke hat eine grosse Geschichte.

Sie legen viel Wert auf die Herkunft der Rohstoffe. Haben Sie auch Grand Cru-Sorten?
Nein, wir stellen nicht speziell Grand Cru in den Vordergrund. Wir setzen zu hundert Prozent auf rückverfolgbaren nachhaltig produzierten Kakao. Im 2013 setzten wir erst ungefähr 30 Prozent nachhaltigen Kakao ein.

Wie gehen Sie mit dem Preiskampf im Detailhandel um?
Die grossen Händler stellen die Forderungen, da heisst es dann verhandeln und einen Weg finden. Zudem haben wir dominante Mitbewerber, die grössere Muskeln haben als wir.

Ist der Export eine Lösung?
Ganz Europa ist umkämpft. Dennoch heisst es exportieren, wenn wir wachsen wollen. Momentan exportieren wir 35 Prozent unserer Produktion. Der grösste Markt ist nach wie vor Deutschland. Wir machten letztes Jahr aber in Asien gute Fortschritte und auch im Duty-Free-Travel-Retail-Bereich.

Wie sehen die Ziele für das Chocolarium aus?
Wir hatten schon vorher etwas ähnliches wie ein Besucherzentrum, wo wir jährlich 45 000 Besucher beherbergten. So sind 100 000 Besucher für das neue Chocolarium nicht ein unrealistisches Ziel.