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Milchpreis: Migros kontert Vorwürfe

Die Richtpreis-Verhandlungen haben einigen Wirbel verursacht. Die Branchenorganisation Milch und die Migros sahen sich veranlasst, auf die Vorwürfe zu reagieren.

von lid

Der Vorstand der Branchenorganisation Milch hat am 24. Mai 2017 den Richtpreis unverändert bei 65 Rp./kg franko Rampe festgesetzt. Die Milchbauern drängten auf eine Erhöhung, konnten sich aber gegen Handel und Verarbeiter nicht durchsetzen. Coop hat daraufhin angekündigt, den Bauern künftig 3 Rp./kg mehr zu bezahlen. Derweil stand die Migros aufgrund von Medienberichten plötzlich am Pranger, weil sie sich gegen eine Preiserhöhung ausgesprochen hat. In der Folge rief eine Gruppe um Bauer Emil Zwingli zu einem Boykott der Migros auf. Als Unterstützer wurden zahlreiche Nationalräte aufgeführt, die sich inzwischen wieder vom Boykott-Aufruf distanziert haben. Die BO Milch hat sich heute per Medienmitteilung in die Diskussion eingeschaltet. Im Nachgang der Richtpreisverhandlungen seien unrichtige Behauptungen in die Welt gesetzt worden, was zu ungerechtfertigten Anschuldigungen geführt habe.

Die Migros schreibt in einer Stellungnahme, dass sie im Durchschnitt 10 Prozent höhere Preise bezahle als andere Abnehmer. Man pflege mit den Schweizer Bauern eine faire Partnerschaft und wolle sich an die Branchenvereinbarung halten. “Vor diesem Hintergrund ist der Boykottaufruf einzelner Bauernvertreter absurd und zielt auf das völlig falsche Unternehmen”, schreibt die Migros. Das Problem sei gar nicht der Richtpreis, sondern dass viele Verarbeiter diesen Preis einfach nicht bezahlen oder ungerechtfertigte Abzüge machen würden.