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Amazon lässt Handelsriesen erzittern

Amazon kündigte am 16. Juni an, den US-Biohändler «Whole Foods» übernehmen zu wollen. Daraufhin stürzten die Aktien des weltgrössten Einzelhändlers «Wal Mart» ab.

von pd/hps

Der etablierte Handel hat das Internetgeschäft verschlafen. Zu diesem vernichtenden Urteil kommt die NZZ. Wenn die Reaktion der Aktionäre auf den Kauf von Whole Foods Market durch Amazon für 13,7 Milliarden Dollar ein Indiz sei für die Zukunft des US-Lebensmittelhandels, dann sehe diese düster aus, schreibt die NZZ. Die Aktien der Lebensmittelhändler und jener Detailhändler, die einen erheblichen Teil ihres Umsatzes mit Lebensmitteln generieren, gerieten stark unter Druck. Wohl auch durch die Ansage von Amazon:

«Man wird Wal-Mart nun in seinem Wohnzimmer angreifen, mit echten Filialen aus der vor-digitalen Handelswelt»

Mit diesen Worten zitierten Medien Amazon-Manager. Der Kurs von Walmart sackte um 7 Prozent ab, was einem Wertverlust von rund 11,5 Milliarden Dollar entspricht. Kroger, dfoodaktuellie Nummer zwei im Markt verlor in der Spitze sogar etwa 25 Prozent oder gut 5 Mrd. Dollar. Der US-Detailhändler Whole Foods Market betreibt über 460 Filialen.  Diese würden weiter als Läden betrieben. Auch der Chef der Kette, John Mackey, bleibe an Bord. Wenn Amazon künftig die 460 Filialen von Whole Foods kontrolliert, kann der Online-Angreifer testen, mit welchen Preis- und Lebensmittel-Kampagnen man dem Marktführer in den USA zusetzen kann. Dies obwohl Walmart im vergangenen Jahr für rund 3 Milliarden Dollar den Online-Händler Jet.com erwarb. Walmart unterhält 4700 Filialen in den USA.