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Migros verlässt die BO Milch

Migros tritt per Ende 2017 aus der Branchenorganisation (BO) Milch aus. Als Grund gibt sie Ränkespiele und das Verfolgen von Partikularinteressen von verschiedenen Akteuren an.

Die Migros zahle als einziger grosser Verarbeiter konsequent den Richtpreis der BO Milch von 65 Rappen pro Kilogramm, schreibt der Grossverteiler in einer Medienmitteilung. Man habe sich in der BO Milch stets für zukunftsgerichtete Lösungen eingesetzt und sich an die gemeinsam festgelegten Regeln gehalten. Leider müsse man aber feststellen, dass die konstruktive und loyale Haltung von einzelnen BO Milch-Mitgliedern nicht mitgetragen werde. Verschiedene Akteure hätten die Diskussion um den Milchpreis für ihre Partikularinteressen genutzt und sich dabei wiederholt nicht an Abmachungen gehalten. 

Migros-Sprecher Luzi Weber sagt, dabei gehe es etwa um das Abstimmungsverhalten, das nicht an die Öffentlichkeit gehöre, aber auch um andere Dinge. Emmi-Chef Urs Riedener hatte gegenüber der Presse gesagt, Emmi habe sich an der letzten BO Milch-Vorstandssitzung vom 24. Mai für eine Richtpreiserhöhung eingesetzt. Die Tatsache, dass die Migros sich in der BO Milch nicht für eine Erhöhung des Richtpreises eingesetzt hat, Coop aber kurz darauf bekannt gab, den Milchpreis um drei Rappen erhöhen zu wollen, bewegte einzelne Bauern dazu, per SMS einen Boykott-Aufruf gegen Migros-Läden zu starten, der dann aber zurückgenommen wurde.

Der Entscheid, aus der BO Milch auszutreten, sei über die letzten Monate gereift, sagt Weber weiter. Es gebe nicht einen einzelnen Auslöser dafür. Für die Migros sei die Situation ausserhalb von Seilschaften und Verbänden völlig normal. Man werde auch in Zukunft mit allen Akteuren den Dialog pflegen, die an einer positiven Entwicklung der Schweizer Milchwirtschaft interessiert seien.

Damit werden Stefan Gygli, Leiter Milchprodukte/Eier und Lukas Barth, Einkaufsleiter bei der Migros-Molkerei Elsa, ab Ende 2017 nicht mehr im 20-köpfigen Bo Milch-Vorstand sitzen. Für die Milchlieferanten der Migros ändere sich mit dem Entscheid nichts, heisst es in der Mitteilung. Ihnen werde man weiterhin einen überdurschnittlichen Milchpreis bezahlen. Auch der Ladenpreis für Milch bleibe unverändert. Die Migros werde auch in Zukunft ihre Verantwortung gegenüber den Milchbauern wahrnehmen.

BO Milch-Präsident Peter Hegglin bedauerte den Austritt gegenüber der Nachrichtenagentur SDA «ausserordentlich». Die Migros habe als Händler und Verarbeiter eine grosse Bedeutung. Er werde das Gespräch mit den Migros-Vertretern suchen und hoffe, dass er sie vom Rücktritt abbringen könne.

Milchwirtschaftliches Museum

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