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Emmi: Im Ausland top

Emmi steigerte letztes Jahr seinen Umsatz und Gewinn wieder. Im laufenden Jahr will das Unternehmen zum ersten Mal mehr Umsatz im Ausland als im Inland erreichen.

von Hans Peter Schneider

Schmuckstücke wie die Redwood Hill Farm im Emmi-Akquisitionsportfolio. (Bild: zvg)
Emmi-CEO Urs Riedener erwartet für 2018 einen höheren Umsatz im Ausland als im Inland.

Es geht stetig vorwärts mit Emmi, wenigstens was den Umsatz anbelangt. In der mehrjährigen Umsatzentwicklung des Konzerns ist die Delle mit dem Frankenschock im 2015 zwar deutlich ersichtlich. Dennoch kommt das Ziel, das CEO Urs Riedener vor fünf Jahren definierte, nämlich die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erreichen, immer näher. So erwirtschaftete Emmi in der Schweiz 1,73 Milliarden Franken, während international 1,63 Milliarden (49%) erwirtschaftet wurden. «Voraussichtlich werden wir dieses Jahr den internationalen Umsatzanteil über 50 Prozent heben können», sagte Riedener an der Pressekonferenz in Luzern von Anfang März. Gründe sehe er generell in der weltwirtschaftlichen Aufhellung, dem organischen Wachstum von Emmi-Marken wie Roth, Kaltbach, Caffè Latte oder laktosefreien Produkten. Zudem sieht Riedener das Wachstum in Nischen in den Märkten wie den USA oder in Europa.

Und wieder Caffé Latte

Mit Marken ist Emmi in der Tat gewachsen. Sogar im sonst rückläufigen Heimmarkt konnte Caffè Latte um vier Prozent zulegen. Insgesamt aber ist der Schweizer Markt das Sorgenkind des Milchunternehmens.
Zwar sei unter günstigen Umständen 2018 auch in der Schweiz ein Umsatzzuwachs möglich, sagte Riedener. Dafür spreche die Prognose für den Schweizer Detailhandel, wo im Food-Bereich von stabilen bis leicht steigenden Umsätzen ausgegangen wird. Hinzu komme der gestiegene Milchpreis. Dem gegenüber stehen der anhaltend massive Importdruck und der auf hohem Niveau stabile Einkaufstourismus. Stärken will Riedener den Heimmarkt mit Marken und weniger austauschbaren Artikeln wie Bio- oder Ziegenmilchprodukten. Innovationen seien bei Emmi immer in der DNA gewesen, sagte Riedener. 2017 sei zwar nicht das erfolgreichste Innovationsjahr gewesen. Als Beispiel erwähnte er das zuckerreduzierte YoQua. Zuckerreduktion sei zwar das grosse Thema, sagte Riedener, doch mit YoQua habe man trotzdem nicht landen können. Beim Protein sieht der Firmenchef aber Potenzial: «Alles schreit nach Protein.» Mit der neuen Energy Milk geben man den Konsumenten 26 g pro Flasche.
«In der Division Americas nähern wir uns beim Umsatz der Milliarden-Grenze», sagte Riedener. Für Europa müsse man aufpassen, dass man nicht den Anschluss verpasse. Insbesondere Deutschland habe in der Käseproduktion stark zugelegt und werde durch EU-Freihandelsabkommen den Export weiter ausdehnenkönnen.

hanspeter.schneider@rubmedia.ch