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Müller lehnen Gesamtschau ab

Der Dachverband Schweizerischer Müller (DSM) lehnt die Gesamtschau des Bundesrates zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab.

von pd/wy

Die im November 2017 publizierte Gesamtschau des Bundesrates sei zu einseitig auf die weitere und undifferenzierte Öffnung des Schweizer Marktes ausgerichtet, schreibt der Dachverband Schweizerischer Müller (DSM) in einer Mitteilung. Der Verband lehnt das Papier deshalb ab. Schon der aktuelle Grenzschutz reiche beim Getreide nicht aus, um den vom Bund festgelegten Referenzpreis von 53 Franken pro Zentner bei importiertem Getreide zu erreichen, der Preis liege bei 48.35 Franken. Auf Stufe Mehl reiche der Zoll von 50.20 Franken pro Zentner nur noch sehr knapp aus, um preislich gegenüber importierten Mehl konkurrenzfähig zu sein. Mehlimporte hätten in den letzten Jahren denn auch zugenommen. Auch die Importe von Teiglingen, auf denen kaum Zölle bestünden, habe massiv zugenommen und sorge zusätzlich für Preisdruck.

Ein weiterer Grenzschutzabbau brächte zusätzlichen Preisdruck auf das Inlandgetreide, dies könnte zu einem Strukturbruch führen und die Anbaubereitschaft im Brotgetreidesektor zusammenbrechen lassen, heisst es weiter. Dieser sei aber für die Ernährungssicherheit zentral. Dass der Bundesrat kurz nach der mit grossem Mehr angenommenen Initiative für Ernährungssicherheit solche Vorschläge gemacht habe, erscheine als unredlich.

Der DSM schreibt, auf weitere Marktöffnungen sei zu verzichten. Im Gegenteil müsste der Kontingentszoll wieder auf einer Höhe angesetzt werden, welche die Erreichung des Referenzpreises und der damit verbundenen volkswirtschaftlichen Ziele zulässt.