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Reorganisation und Kampf gegen die Bürokratie

Die Delegierten des Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes stimmten in Bern der ersten Etappe des Reorganisationsprojektes «Reload» zu. Der Verband wehrt sich gegen die wachsende Papierflut.

von Roland Wyss

«Die Bäckerei-Confiserie-Branche ist im Umbruch», sagte SBC-Präsident Silvan Hotz an der Delegiertenversammlung vom 18. Juni in Bern. «Dabei bieten sich ihr mit traditionellen und neuen Angeboten und Formaten vielversprechende Chancen. Wer es schafft, daran zu partizipieren, dem winken Gewinnchancen.» Leider werde die Innovationskraft und Flexibilität, die für die KMU so wichtig sei, um solche Chancen zu ergreifen, durch fortschreitende Regulierungsdichte behindert.

SBC-Direktor Urs Wellauer haute in die gleiche Kerbe, mit einem konkreten Beispiel: der Ernährungsstrategie 2017-24, die der Bundesrat verabschiedet hat. Darin werden die Hersteller dazu aufgerufen, Rezepturen mit weniger Zucker, Salz und Fett zu entwickeln. «Wir werden alles daran setzen, dass unsere KMU-Betriebe nicht mit der Lebensmittelindustrie in den gleichen Topf geworden werden und dass das Thema für unsere Branche pragmatisch angegangen wird», sagte Wellauer. Man sei vor allem deshalb irritiert, weil das Parlament 2012 ein geplantes Präventionsgesetz doch bachab geschickt habe.
Reorganisation auf dem Weg

In einer Konsultativabstimmung stimmten die Delegierten einer Übergangsorganiation im Rahmen des Reorganisationsprojektes «Reload» zu, mit dem der Verband Strukturen und Leistungen noch besser auf die Bedürfnisse der Mitglieder ausrichten will. Im neuen strategischen Gremium sind SBC-Geschäftsleitung und Vertreter von Stiftungs- und Verwaltungsrat der Richemont Fachschule vereint. Das Projekt «Reload» soll im Idealfall bis 2019 abgeschlossen sein.  In der SBC-Geschäftsleitung trat der Zürcher Bäcker Bruno Ghilardi zurück, er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Als Nachfolger wurde der St. Galler Confiseur Martin Schnyder in die Geschäftsleitung gewählt.

roland.wyss@rubmedia