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EU: Harziger Absatz für Biomilch

Der Absatz von Biomilch steigt nicht in dem Mass wie die Anlieferung steigt. Dies stellt die Molkereien vor Herausforderungen.

von pd/hps

In Deutschland ist der Anteil der Biomilch gestiegen. Von Januar bis Mai 2018 stieg die Anlieferung um 28 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. In der Milchkrise 2016 haben viele Milchbauern wegen der höheren und stabileren Preise auf Bio umgestellt. Während es bei konventioneller Milch in den letzten Jahren immer wieder zu massiven Preiseinbrüchen und Krisen kam, hielt sich der Biomilchpreis auf hohem Niveau. Knapp 50 Cent pro Liter bekamen die Bio-Landwirte für ihre Milch. Doch: «Der Bio-Boom birgt Probleme», schreiben deutsche Medien. Denn die grosse Bio-Milchmenge stelle die Molkereien vor Herausforderungen.  So habe die Milchwerke Berchtesgadener Land eine Warteliste mit 60 Bio-Milch-Erzeugern und nehmen frühestens im Herbst 2019 neue Milch-Lieferanten auf. Auch bei der Bio-Molkerei Andechs herrscht momentan ein Aufnahmestopp.

Die zum französischen Molkereikonzern Savencia gehörende «Söbbeke Pauls Biomolkerei» hat 2017 rund 60 Mio. kg Biomilch von 145 Erzeugern in den beiden Werken Gronau (Frische) und Rosendahl (Käse) verarbeitet und damit 76 Mio. Euro Umsatz erzielt. Söbbeke’s Vertriebsdirektor, Thomas Dellschau, erklärte kürzlich auf einer Pressekonferenz der Landesvereinigung Milchwirtschaft NRW, dass Söbbeke zwar zusätzliche Biomilch aus bestehenden Verträgen annehme, aber keine neuen Lieferanten mehr. Söbbeke vertreibt die Produkte über rund 2500 Filialen des Naturkostfachhandels sowie über Naturkostgrosshändler. Dabei würde die Nachfrage nach Bio-Frischeprodukten im LEH wachsen. Seit Juli bieten drei Rewe-Regionen unter anderem Frischmilch von Söbbeke an, schreibt das Onlineportal lz-net.de. Schon seit einiger Zeit gibt es in etwa 600 Filialen der Edeka-Region Rhein-Ruhr Trinkmilch unter der Edeka-Marke «Mein Land Bio».  Das Channel-spezifische Sortiment für die unterschiedlichen Shopper-Typen im LEH und im Fachhandel sei eine große Herausforderung und eine strategische Priorität für das Unternehmen, findet Dellschau. So fokussiert Söbbeke das Angebot bei beliebten Frucht-Joghurt Sorten im LEH auf einen nachhaltigen 400g-K3 Becher.